Ausbildungsbeiträge an Berner Jugendliche werden doch erhöht

Die kantonalen Ausbildungsbeiträge für Lehrnende werden erhöht – dies entgegen dem Antrag der Regierung.

Die Berner Jugendlichen können weiterhin mit der Unterstützung durch den Kanton rechnen.

Die Berner Jugendlichen können weiterhin mit der Unterstützung durch den Kanton rechnen.

(Bild: Keystone)

Berns Grosser Rat hat in der Debatte um das Entlastungspaket 2018 für eine kleine Überraschung gesorgt. Entgegen dem Antrag der Regierung und gegen den Willen der Mehrheit der grossrätlichen Finanzkommission beschloss er, die Ausbildungsbeiträge für Jugendliche doch zu erhöhen.

Eigentlich hatte der Kanton Bern bereits beschlossen, die Beitragslimitierung von 3000 Franken für berufsvorbereitende Schuljahre oder Vorlehren aufzuheben. Der Kanton Bern wollte damit Jugendliche in Ausbildung mit Hilfe von Stipendien von der Sozialhilfe befreien.

Der Kanton Bern wollte damit Erkenntnissen aus den Sozialberichten 2012 und 2015 folgen. In diesen Berichten wurde vorgeschlagen, das Stipendienwesen und die Sozialhilfe besser aufeinander abzustimmen.

Dann beschloss aber die Berner Regierung bekanntlich, ein weiteres Sparpaket zu schnüren. Und die kantonale Erziehungsdirektion schlug unter anderem vor, statt im Bildungsbereich Leistungen abzubauen diese geplante Verbesserung einfach nicht einzuführen. 2,6 Millionen Franken wären in Zukunft nicht ausgegeben worden.

Mit 74 zu 73 Stimmen hat nun der Grosse Rat am Montag beschlossen, zugunsten des Prinzips «Stipendien statt Sozialhilfe» doch mehr Geld locker zu machen. Er folgte damit einem Antrag der Minderheit der grossrätlichen Finanzkommission, der unterstützt wurde von den Grünen und der SP/JUSO/PSA-Fraktion. GLP, EVP und mehrere bürgerliche Politiker schlossen sich diesem Antrag an, wie auf der Tafel zu sehen war, welche die Abstimmungsresultate anzeigt.

Eigentlich lautete das Abstimmungsresultat 73 zu 73. Doch kommt der Ratspräsidentin oder dem Ratspräsidenten in diesem Fall der Stichentscheid zu, und Ursula Zybach (SP/Spiez) stimmte für den Minderheitsantrag.

tag/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt