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Berner Firmen suchen verzweifelt Fachkräfte

Ein Drittel der Berner Un­ternehmen möchte mehr investieren als bisher. Doch der Fachkräftemangel ­erweist sich als Bremsfaktor.

Das Revisionsunternehmen EY sieht optimistisch in die Zukunft.
Das Revisionsunternehmen EY sieht optimistisch in die Zukunft.
Keystone

Trotz Frankenstärke ist die Mehrheit der Chefs von Berner und Solothurner Unternehmen optimistisch. Dies zeigt die regionale Auswertung einer schweizweiten Umfrage des Revisionsunternehmens EY (früher Ernst & Young). Dabei wurden die Aussagen von 100 Unternehmen aus den beiden Kantonen ausgewertet. 88 Prozent von ihnen erwarten für die nächsten sechs Monate eine bessere oder eine zumindest gleich bleibende Geschäfts­lage. Allerdings: Die 12 Prozent, die für die nahe Zukunft einen schlechteren ­Geschäftsgang erwarten, sind im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt von 6 Prozent ein hoher Wert.

Bei gewissen Firmen steht die Verlagerung von Produktionsprozessen ins Ausland noch bevor.

Thomas NösbergerLeiter Region Mittelland von EY

Dank der trotz allem optimistischen Grundstimmung plant rund ein Drittel der Unternehmen in den Kantonen Bern und Solothurn, in den nächsten sechs Monaten die Investitionen zu erhöhen. Allerdings gibt es hier einen Bremsfaktor. Fast drei Viertel der Unternehmen sind der ­Ansicht, dass es ihnen «eher oder sehr schwerfällt», qualifizierte Fachkräfte zu finden. Besonders gut ausgebildete Fachpersonen für die Produktion müssen lange gesucht werden: «Das ­hören wir auch in unserem Alltag oft von Unternehmen», sagt Thomas Nösberger, Leiter Region Mittelland bei EY.

Die schweizweiten Zahlen der Umfrage zeigen, dass beispielsweise Verantwort­liche für Produktionsstrassen sehr gesucht sind. «Die Anforderungen an einen solchen Kadermitarbeiter sind heute sehr hoch. Dies macht die Suche sehr schwierig», sagt Nösberger. Die schweizweiten Zahlen der ­Umfrage zeigen zudem, dass Fachleute im ­Bereich ­Marketing/Verkauf ­sowie Führungspersonen im technischen Bereich rar sind.

«Zwangsfitness» für Firmen

Und so beurteilen die Firmen ihre aktuelle Geschäftslage: 87 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen diese als gut oder eher gut. 12 Prozent der Unternehmen sprechen von einer «eher schlechten», 1 Prozent von einer «schlechten ­Geschäftslage. Wie die gesamtschweizerischen Zahlen zeigen, ist der starke Schweizer Franken immer noch für über die Hälfte der Unternehmen ein «eher oder sehr grosses» Problem.

«Der starke Franken hat dazu geführt, dass viele Firmen Produktionsprozesse mit einem grossen Anteil an Handarbeit ins Ausland verlagert haben», sagt Thomas Nösberger von EY. Er wirke wie eine Zwangsfitnesskur. «Bei gewissen Firmen steht diese Verlagerung noch bevor. Das könnte zu Entlassungen führen», fügt er an. Entsprechend gehen 13 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass ihr Personalbestand in den nächsten sechs Monaten sinken wird. sny

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