Zum Hauptinhalt springen

Berner SVP beschliesst «Lex Amstutz»

An ihrer Delegiertenversammlung hat die Berner SVP die Amtszeitbeschränkung gelockert, damit Adrian Amstutz erneut für den Nationalrat kandidieren könnte.

Applaus für Adrian Amstutz an der Delegiertenversammlung: Er soll als Nationalrat weitermachen dürfen – sofern er denn will.
Applaus für Adrian Amstutz an der Delegiertenversammlung: Er soll als Nationalrat weitermachen dürfen – sofern er denn will.
Peter Klaunzer/Keystone

Die Berner SVP lockert die Amtszeitbeschränkung für ihre Mandatsträger. Damit soll ganz konkret der Weg geebnet werden, damit Nationalrat Adrian Amstutz, sofern er das will, erneut zur Wiederwahl antreten kann.

Der Kanton Bern wird bei den kommenden Nationalratswahlen einen Sitz weniger haben. Damit die Partei bei dieser Ausgangslage ihren neunten Sitz verteidigen könne, brauche sie ein Zugpferd mit grossem Stimmenpotenzial, sagte alt Nationalrat Hansruedi Wandfluh am Montagabend vor den Delegierten in Belp. Er beantragte, dass in Einzelfällen die Partei mit einer Zweidrittelmehrheit die Aufhebung der Amtszeitbeschränkung erwirken könne.

Die Delegierten diskutierten den Vorschlag kontrovers: Man habe die Amtszeitbeschränkung seinerzeit eingeführt, um keine Sesselkleber zu haben und auch den Jungen zum aufrücken zu geben, sagte ein Delegierter.

Ein anderer gab zu bedenken, dass man seit langem wisse, dass Adrian Amstutz aufhöre und keine Alternative habe aufbauen können. «Dann werden wir auch in vier Jahren keine haben», schloss der Delegierte.

Zugpferd, nicht Sesselkleber

Albert Rösti, Präsident der SVP Schweiz, warb für eine Statutenänderung. Amstutz sei ein Zugpferd und kein Sesselkleber. Der Sigriswiler habe immer gesagt, er höre auf. Falls er darauf zurückkomme, wäre dies einzig ein Dienst an seiner Partei.

Amstutz hat sich einige Tage Bedenkzeit ausgebeten. Er selber trat während der Debatte in den Ausstand und verliess den Saal. Als er nach dem Entscheid zurückkehrte, empfingen ihnen die Delegierten mit einer Standing Ovation.

Er habe sich auf seine Pensionierung vorbereitet. Die neue Ausgangslage stelle seine Pläne nun schon ein bisschen «uf e Gring». Er bat um Verständnis, sich noch ein paar Tage besinnen zu können.

Die SVP lässt vorerst einen Listenplatz für die Nationalratswahlen für Amstutz noch frei. Einen noch offenen zweiten Listenplatz besetzt Nadja Günthör, die Frau des ehemaligen Schweizer Kugelstössers. (mb/sda)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch