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Bernische Energiedirektorin ruft BKW zum Handeln auf

Die bernische Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer hat «mit grosser Besorgnis» auf die Mühleberg-Verfügung der Atom- Aufsichtsbehörde ENSI reagiert.

Die Berner Energieministerin Barbara Egger-Jenzer erwartet von der BKW, dass die Nachbesserungen in Mühleberg sofort aufgegleist und die Kosten auflistet werden.
Die Berner Energieministerin Barbara Egger-Jenzer erwartet von der BKW, dass die Nachbesserungen in Mühleberg sofort aufgegleist und die Kosten auflistet werden.
Markus Hubacher

«Dass zuerst ein schlimmes Unglück wie Fukushima passieren musste, bevor derart gravierende Mängel überhaupt entdeckt werden, ist besorgniserregend», sagte Egger am Donnerstag auf Anfrage. Sie werde den Eindruck nicht ganz los, dass Sicherheitsfragen in der Vergangenheit auf die leichte Schultern genommen worden seien.

Zur ENSI-Einschätzung, wonach der Bevölkerung «keine unmittelbare Gefahr» durch die AKWs drohe, wollte sich Egger nicht äussern. «Wie alle anderen Bürger kann ich das nicht beurteilen», sagte die Energiedirektorin. «Ich muss mich da auf die Aussagen der Fachleute verlassen.»

Nun liege der Ball auf jeden Fall beim BKW-Verwaltungsrat. Dieser müsse prüfen, ob sich die geforderten Nachrüstungen überhaupt auszahlten. «Ich erwarte deshalb, dass man die Nachbesserungen sofort aufgleist und die Kosten auflistet.»

Danach könne man entscheiden, ob sich die Massnahmen überhaupt rechneten. «Einmal ist ja sowieso fertig mit Mühleberg», gab Egger zu bedenken. Sie rief im Weiteren das ENSI auf, nun endlich konkrete Massnahmen einzufordern anstatt nur immer neue Berichte zu verlangen.

Scharfe Kritik von SP und Grünen

Zur möglichen Befangenheit des Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorats wollte sie sich nicht äussern. Ihre Partei, die SP, griff das ENSI in einem Communiqué scharf an. Trotz aller Sicherheitsmängel solle der marode Atommeiler in Mühleberg weiterbetrieben werden dürfen.

Die Bundesbehörde handle damit «verantwortungslos gegenüber der Bevölkerung» der Region Bern. Das habe auch mit der persönlichen Abhängigkeit der verantwortlichen Fachleute zu tun. Nun müsse endlich ein «unabhängiges Expertenteam» die vorliegenden Sicherheitsdaten analysieren.

In dieselbe Richtung zielt die Reaktion der Grünen. Nachdem das ENSI einen ganze Rattenschwanz von Schwachstellen aufgelistet habe, müsse fertig sein mit den «Pflästerli-Massnahmen». Die bernische Regierung und die BKW sollten endlich ein verbindliches Ausstiegsszenario für das AKW Mühleberg erarbeiten.

SDA/tan

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