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BKW will auf «strenge Verfügung» reagieren - Gegner sind besorgt

Die Atom-Aufsichtsbehörde ENSI hat der Diskussion um die Sicherheit des AKW Mühleberg neue Nahrung gegeben. Die BKW hält die Verfügung des ENSI für «streng», will aber wie verlangt Vorschläge für eine Nachrüstung einreichen.

Verwaltungsratspräsident der BKW, Urs Gasche, gibt den Medien Auskunft.
Verwaltungsratspräsident der BKW, Urs Gasche, gibt den Medien Auskunft.
Beat Mathys

Was die zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen kosten würden, sei offen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Zunächst müsse man nun alle technischen und baulichen Möglichkeiten unter die Lupe nehmen.

«Einige der neuen ENSI-Anforderungen sind sicher anspruchsvoll», räumte BKW-Verwaltungsratspräsident Urs Gasche gegenüber Radio DRS ein. Man müsse prüfen, wie man ihnen gerecht werden könne. «Dabei setzen wir alles daran, den engen Zeitrahmen bis Ende Juni einzuhalten.»

Sicher sei, dass die BKW schon bisher grössten Wert auf die Sicherheit gelegt habe. «Wir haben bereits wesentlich mehr Geld in die Nachrüstung investiert als ursprünglich in den Bau.»

Bei den neuen Massnahmen gehe es nicht nur um die technische Machbarkeit, betonte Gasche. Man müsse auch auch eine Wirtschaftlichkeitsbeurteilung vornehmen. «Ich will nicht ausschliessen, dass auch wirtschaftliche Überlegungen letztlich dazu führen könnten, dass wir auf die Massnahmen verzichten.»

Egger: Offene Fragen

Der BKW-Verwaltungsrat müsse sich in der Tat die Frage stellen, ob die geforderten Nachrüstungen finanziell zu rechtfertigen seien, sagte die bernische Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. «Denn einmal ist ja sowieso fertig mit Mühleberg.»

Die SP-Politikerin und AKW-Gegnerin gab weiter ihrer «grossen Besorgnis» Ausdruck, dass man erst jetzt derart «gravierende Mängel» entdeckt habe. Sie werde den Eindruck nicht los, dass Sicherheitsfragen in der Vergangenheit auf die leichte Schulter genommen worden seien.

SP: ENSI handelt «verantwortungslos»

Eggers Partei zeigte sich verärgert über den «Nicht-Entscheid» der Aufsichtsbehörde. Dass man Mühleberg trotz aller Mängel weiterlaufen lasse, zeuge von Verantwortungslosigkeit gegenüber der bernischen Bevölkerung, schrieb die SP in ihrem Communiqué.

Auch die Grünen bekräftigten ihre Forderung nach einer Ausstieg aus der Atomenergie. Angesichts der gravierenden Mängel würden «Pflästerli-Massnahmen» nicht weiterhelfen. Die BKW und der Berner Regierungsrat müssten endlich ein verbindliches Ausstiegsszenario an die Hand nehmen.

Das forderte auch die Berner Sektion der Organisation «Nie Wieder Atomkraftwerke» (NWA). Mühleberg erfülle die gesetzlichen Vorgaben nicht, wenn es im Katastrophenfall nur von Hand gesichert und stabilisieren werden könne. Deshalb müsse das AKW noch in diesem Sommer ausser Betrieb genommen werden.

SDA/tan

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