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Bürgerliche Strategie im Berner Jura

Es zeichnet sich ab, dass sich SVP, FDP und BDP doch noch auf eine gemeinsame Strategie für die Wahlen 2010 einigen.

Nachdem die BDP am Montagabend Grossrätin Beatrice Simon (Seedorf) als Regierungsratskandidatin nominiert hat, steht von den grossen Parteien einzig bei der FDP noch nicht fest, mit wem sie in die Wahlen vom 28.März 2010 steigen wird. Die Delegierten werden die Nomination heute in einer Woche vornehmen. Gesetzt ist der amtierende Regierungspräsident Hans-Jürg Käser (Langenthal). Daneben will die Partei eine weitere Person nominieren.

Mögliche Kandidaten sind die Grossräte Peter Flück (Brienz) und Corinne Schmidhauser (Bremgarten). Nicht mehr zur Verfügung steht Grossrat und Fraktionschef Adrian Haas (Bern). Am wahrscheinlichsten ist, dass die FDP Grossrat Sylvain Astier (Moutier) als potenziellen gemeinsamen bürgerlichen Kandidaten im Berner Jura nominiert, um den Sitz von SP-Regierungsrat Philippe Perrenoud (Tramelan) anzugreifen.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob Astier überhaupt eine Chance hat gegen Perrenoud. Astier ist ausserhalb des Berner Juras kaum bekannt, Perrenoud hingegen wird vom Bisherigen-Bonus profitieren. Dieser dürfte ihm auch im Berner Jura helfen. Denn Astier ist probernisch; die Autonomisten werden somit sicherlich nicht ihn wählen, zumal sie planen, mit eigenen Kandidierenden anzutreten. Und diejenigen Wähler im Berner Jura, die in der Jurafrage nicht klar positioniert sind, dürften sich tendenziell eher für den Bisherigen entscheiden, denn da wissen sie, was sie haben.

Viele Kandidaten im Jura

Hinzu kommt, dass es noch weitere Jura-Kandidaten geben wird: Die EVP steigt mit Patrick Gsteiger (Perrefitte) ins Rennen, die EDU voraussichtlich mit Marc Früh (Lamboing). Gsteiger, der erst vor vier Jahren von der FDP zur EVP gewechselt hat, und Früh dürften eher die Bürgerlichen Wählerstimmen kosten. EVP-Geschäftsführer und Grossrat Ruedi Löffel hat deshalb die Idee lanciert, dass sich SVP, FDP und BDP auf die Unterstützung von Gsteiger einigen könnten. Dieser bringe als ehemaliger Gemeindepräsident, Sekretär des Regionalrates und Generalsekretär ad interim des «Bernjurassischen Rates» viel politische Erfahrung mit und sei – zumindest im Berner Jura – eine bekannte Persönlichkeit.

Doch FDP-Präsident Johannes Matyassy hält nicht viel von dieser Idee. Er ist überzeugt, dass das Potenzial eines Jura-Kandidaten ausserhalb des Berner Juras ebenso wichtig sei wie dasjenige im Berner Jura. Und daher müsse ein gemeinsamer bürgerlicher Jura-Kandidat von einer der grossen Parteien stammen. «Zudem stimmt die EVP im Grossen Rat sehr oft mit dem anderen Lager und nicht mit uns Bürgerlichen», sagt Matyassy.

SVP sendet positive Signale

Er verneint zwar nicht, dass die Kandidaten von EVP und EDU Astier Stimmen kosten würden. «Viel entscheidender wird aber sein, dass SVP und BDP wirklich mithelfen, unseren Kandidaten zu unterstützen.» Die SVP ist dazu bereit: «Wir würden eine Kandidatur Astier begrüssen», sagt Geschäftsführerin Aliki Panayides. Bedingung für eine Unterstützung sei, «dass die FDP unsere Kandidaten ebenfalls unterstützt». Somit zeichnet sich jetzt doch ein gemeinsames bürgerliches Vorgehen für die Wahlen 2010 ab.

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