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Das «Leben als Pendler» erhält den ersten Preis

In sechs Teilen berichtet Max Dohner über das Leben als Pendler. Er wurde dafür gestern mit dem BZ-Preis für Lokaljournalismus ausgezeichnet. Der zweite Preis geht in diesem Jahr an Mireille Guggenbühler vom «Bund».

Die Preisträger: Max Dohner, Jacek Pulawski, Philippe Dubath, Mireille Guggenbühler, Valérie Chételat, Yves André, Adrian Moser, Alban Kakulya, Christophe Sugnaux und Gaëtan Bally (von links nach rechts).
Die Preisträger: Max Dohner, Jacek Pulawski, Philippe Dubath, Mireille Guggenbühler, Valérie Chételat, Yves André, Adrian Moser, Alban Kakulya, Christophe Sugnaux und Gaëtan Bally (von links nach rechts).
Susanne Keller

Wie lebt es sich als Pendler? Diese Frage wird in der sechsteiligen Reportage von Max Dohner beantwortet. Die Geschichten sind in der «Mittelland Zeitung» erschienen und gestern mit dem BZ-Preis für Lokaljournalismus und 10'000 Franken ausgezeichnet worden. Dohner habe dazu jeden Kilometer seines Kantons «erfahren», sagte Jurymitglied Norbert Neininger in seiner Laudatio.

«Am Anfang jeder guten Reportage steht das Sammeln der relevanten Fakten, die sorgfältige Recherche», erklärte Neininger. Für ihn, selber Chefredaktor der «Schaffhauser Nachrichten», hat Preisträger Max Dohner «hervorragendes journalistisches Handwerk» abgeliefert. «Es braucht Hartnäckigkeit und Geduld. Und es braucht eine Redaktion, die solches bewusst fördert», ist Neiniger überzeugt. Dohners Serie sei Information und Unterhaltung zugleich.

Er habe seinen Auftrag nach einer Retraite der Redaktion erhalten. «Ein Auftrag für eine Geschichte, die eigentlich keine ist», erklärte der Preisträger gestern an der Verleihung. Er habe «Nicht-Stunden» in einer «Nicht-Landschaft» verbracht, berichtete er, und dabei im aargauischen Schwaderloch einen Bahnhof mit «Seitensprungzimmern» entdeckt. «Aber die Welt setzt sich aus nichts ganz verrückt zusammen.» Dohner fessele sein Publikum, seine Bilder seien originell «und irritieren auch», so Jurymitglied Neininger.

«Aufruhr im Tal»

Die Jury vergibt dieses Jahr auch einen zweiten Preis. Dieser geht an Mireille Guggenbühler vom «Bund». «Aufruhr im Tal» heisst ihre Arbeit. Es geht dabei um die Schliessung des einen Spitals und den geplanten Spitalneubau im Berner Oberland. Sie beschreibe unaufgeregt, umfassend und inhaltlich stimmig, was das Simmental und das Saanenland trenne und letztlich dann doch wieder vereine: das Gefühl, von denen dort unten in Bern nicht ernst genommen zu werden. So steht es in der Laudatio. «Die Leute, die ich befragte, waren offen und haben ihre Gefühle nicht verborgen», erklärte Mireille Guggenbühler gestern. Das habe sie überrascht, denn die Oberländer hätten ja sonst den Ruf, eher verschlossen zu sein. Besonderer Respekt gebühre der Autorin für ihre unparteiische Darstellung des Geschehens, sagte Neininger.

Preise für die Romandie

Die Jury der französischsprachigen Schweiz vergab den ebenfalls mit 10'000 Franken dotierten ersten Preis an Philippe Dubath von «24heures». Dubath legte der Jury drei unterschiedliche Reportagen zur Beurteilung vor, die alle beeindruckten. Daniel Cornu, Präsident der französischsprachigen Jury, lobte in seiner Laudatio den intelligenten, konstruktiven und der Nähe verpflichteten Stil des Erzählers. Auch in der Romandie gibt es einen zweiten Preisträger: Christophe Sugnaux enttarnte in der «Liberté» einen angeblichen Grossinvestor als Hochstapler. Mut und Beharrlichkeit zeichnen den Autor aus, steht in der Laudatio. Der Hochstapler spielte sich als Investor für eine Hightechfabrik in Romont auf.

Insgesamt wurden den beiden Jurys 141 Arbeiten von 90 Journalisten und Journalistinnen vorgelegt. 450 geladene Gäste waren bei der letzten Vergabe des BZ-Preises für Lokaljournalismus im Berner «Bellevue» dabei. Im nächsten Jahr findet die Verleihung des «Best Award of Swiss Media» eventuell im Stadttheater statt.

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