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Dem Grossen Rat genügt die abgespeckte Variante

Der Kanton Bern soll kein flächendeckendes Programm zur Früherkennung von Darmkrebs prüfen. Das entschied der Grosse Rat.

Goldstandard oder abgespeckte Variante? Dies diskutierte der Grosse Rat am Dienstag (Archivbild).
Goldstandard oder abgespeckte Variante? Dies diskutierte der Grosse Rat am Dienstag (Archivbild).
Keystone

Braucht der Kanton Bern den Goldstandard, oder genügt eine abgespeckte Variante bei der Früherkennung von Darmkrebs? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Dienstag der Grosse Rat.

Letztlich stellten sich die Politiker auf die Seite der Regierung und entschieden sich mit 75 zu 70 Stimmen gegen die Maximalvariante. Stattdessen soll im Kanton Bern ein abgespecktes Vorsorgemodell des Apothekerverbandes Pharmasuisse während zweier Jahre geprüft werden.

Den Motionären geht dieses zu wenig weit, weil die Risiko­personen lediglich in den Apotheken auf die Möglichkeit einer Früherkennung via Stuhlprobe aufmerksam gemacht werden. «So erreichen wir aber nicht die gesamte Zielgruppe, und die Chancengleichheit ist nicht gewährleistet», sagte etwa Elisabeth Striffeler (SP, Münsingen).

Die unterzeichnenden Grossräte verschiedenster politischer Couleur wollten deshalb erreichen, dass der Kanton eine Machbarkeitsstudie für ein flächendeckendes Programm analog den Kantonen Waadt oder Uri einführt. Dort erhalten alle Personen zwischen 50 und 69 Jahren jedes zweite Jahr einen Brief, in dem sie über das Screening informiert werden. Anschliessend können sie entweder einen Stuhltest oder eine Darmspiegelung durchführen lassen.

Anpassungen denkbar

Der Regierungsrat bezeichnet ein solches flächendeckendes Programm zwar als «Goldstandard». Für den bevölkerungsstarken Kanton Bern seien die Kosten dafür aber zu hoch. Kommt hinzu, dass für SVP-Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg eine eigene Machbarkeitsstudie im Kanton Bern hinfällig ist. Man habe genügend Erfahrungen mit Früherkennungsprogrammen – entweder aus dem Ausland oder aus anderen Kantonen.

Deshalb wolle er nun vorwärtsmachen und das Modell Pharmasuisse eingehender erproben. Sollte sich in den nächsten zwei Jahren zeigen, dass dieses nicht genüge, dann müsse man aber Anpas­sungen oder Ergänzungen vornehmen, so Schnegg. Letztlich folgten dieser Argumentation die GLP, die SVP, die BDP und Teile der FDP.

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