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«Die Pauschalsteuer ist ein alter Zopf»

Der Berner Gewerkschafter Corrado Pardini wehrt sich: Wenn die Pauschalbesteuerung reicher Ausländer abgeschafft würde, wären niemals 2000 Stellen gefährdet, sagt er. Und: Bern solle diesen «alten Zopf» lieber sofort abschneiden.

Herr Pardini, Sie wollen die Pauschalsteuer im Kanton Bern abschaffen. Gstaader Unternehmer sagen, dies gefährde bis zu 2000 Stellen. Wieso nehmen Sie als Gewerkschafter dies in Kauf? Corrado Pardini: Dieser Vorwurf ist billig. Es ist verständlich, dass die Gstaader die Pauschalsteuer retten wollen, aber sie sollten nicht nur solche Angstmacherargumente bringen. Die Zahl ist völlig aus der Luft gegriffen. Sie ist viel zu hoch, von den 220 Pauschalierten im Kanton Bern hängen niemals so viele Stellen ab. Ohnehin wären nicht alle Arbeitsplätze gefährdet. Es würden bestimmt nicht alle Pauschalierten wegziehen.

Aber der Wegfall der Pauschalsteuer würde Arbeitsplätze kosten, gerade in und um Gstaad. Einzelne Arbeitsplätze könnten gefährdet sein, aber niemals in diesem Ausmass. Es wird keine relevante Zunahme der Arbeitslosigkeit geben. Ich bin sicher, dass die Betroffenen innerhalb des Kantons einen neuen Job fänden. Es handelt sich um ausgewiesene Fachkräfte, um die ich mir wirklich keine Sorgen mache. Wichtig ist aber, dass die Steuern nicht zu stark gesenkt werden, damit der Kanton noch genügend Investitionen tätigen und damit ebenfalls Stellen sichern kann. Auch das will unsere Initiative erreichen.

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