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Die Schweiz blickt auf Berner Gladiatoren

Die Ständeratswahl rückt Bern ins nationale Rampenlicht: Die Kandidatinnen und Kandidaten präsentierten sich in der «Arena».

Berner in der Arena: Adrian Amstutz (SVP), Christa Markwalder (FDP), Moderatorin Sonja Hasler und Ursula Wyss (SP).
Berner in der Arena: Adrian Amstutz (SVP), Christa Markwalder (FDP), Moderatorin Sonja Hasler und Ursula Wyss (SP).
Michael Würtenberg/Ex-Press

Wahlkrimi, Stimmungsbarometer, Signalwirkung: Selten wurde einer Berner Ständeratswahl so grosse nationale Bedeutung zugemessen wie jener vom 13.Februar. Bisheriger Höhepunkt des Wahlkampfs dürfte die Debatte in der «Arena» des Schweizer Fernsehens gewesen sein: Dass sich die Kandidatinnen und Kandidaten für eine kantonale Wahl in der nationalen Politsendung präsentieren, gab es noch nie.

«Wir haben lange gezögert, dieses Thema zu wählen», sagt Raphael Prinz, Produzent der Sendung. Zwei Gründe hätten dann den Ausschlag gegeben: «Wir haben es hier mit national profilierten Kandidierenden mit klarem Profil zu tun. Zudem sehen wir die Wahl auch als Stimmungsbarometer für die kommenden nationalen Wahlen.»

Die Diskussion war dann allerdings nicht sehr aussagekräftig. Die Favoriten – die Nationalratsmitglieder Adrian Amstutz (SVP), Christa Markwalder (FDP) und Ursula Wyss (SP) – präsentierten sich so, wie sich ihrer Meinung nach ein Ständerat präsentieren sollte: unauffällig, zahm und offen hin zur politischen Mitte. Adrian Amstutz, der SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga noch im November nahe der sprachlichen Gürtellinie attackiert hatte, meldete sich kaum zu Wort. Und wenn, dann tönte es so: Er sei gegen einen EU-Beitritt, wolle gegen den Linksrutsch im Ständerat ankämpfen und finde es ganz in Ordnung, dass sich Bundesräte im Wahlkampf engagierten. Christa Markwalder kämpfte wacker gegen ihre grösste Schwachstelle an. Die als «EU-Turbo» verschriene FDP-Frau wurde nicht müde, zu betonen, dass eine Ständerätin nicht über den EU-Beitritt zu entscheiden habe: «Am Ende entscheidet das Volk.»

Ebenfalls volksnah gab sich Ursula Wyss: «Ich will die Mehrheit des Kantons vertreten – ganz wie meine Vorgängerin Simonetta Sommaruga.» Vehement strich sie die Gemeinsamkeiten der SP-Frauen heraus und wehrte sich damit auch gegen die Vorwürfe, zu stark am linken Rand zu politisieren.

EVP in der zweiten Reihe

Der vierte Kandidat, EVP-Grossrat Marc Jost, musste sich mit einer Nebenrolle begnügen. Dass der chancenlose Kandidat in der zweiten Reihe Platz nehmen musste, begründeten die Sendungsverantwortlichen mit der Wahl der Diskussionsthemen: Über die Rolle der Bundesräte im Ständeratswahlkampf durfte die EVP als Nichtregierungspartei nicht mitdiskutieren.

Doch auch die pointierten Einwürfe von Marc Jost änderten nichts am eher farblosen Auftreten der Kandidatinnen und Kandidaten. Es ist die logische Folge der Kräfteverhältnisse: Im ausgeglichenen Wahlkampf sind alle Seiten auf moderate Stimmen angewiesen. So blieb am Ende nur die Ratlosigkeit. Der aktuell einzige Berner Ständerat Werner Luginbühl (BDP) brachte es auf den Punkt: «Ich würde nicht einmal ein Schoggistängeli auf einen der Kandidaten wetten.»

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