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Die zehn grössten Berner Steuersünder deklarieren mehr als eine Million Franken

Die Mini-Steueramnestie des Bundes beschert auch dem Kanton Bern einen Mehrertrag in Millionenhöhe. 590 Berner zeigten sich bisher selber an, wie die kantonale Steuerverwaltung am Montag bekanntgab.

Steuersünder zeigten sich selbst an: der Kanton Bern kann sich daher über Mehreinnahmen freuen.
Steuersünder zeigten sich selbst an: der Kanton Bern kann sich daher über Mehreinnahmen freuen.
Keystone

In gut der Hälfte aller Fälle ging es um Schwarzgelder in der Höhe von weniger als 100'000 Franken. Der kleinste Sünder bezahlte für seine deklarierten Werte 200 Franken. Doch auch zehn «fette Fische» gingen freiwillig ins Netz und deklarierten Vermögen von jeweils mehr als einer Million Franken.

310 Fälle seien unterdessen definitiv veranlagt worden, sagte Steuerverwalter Bruno Knüsel vor den Medien. Zusammengerechnet ergaben sie ein Vermögen von 85 Millionen Franken und ein Einkommen von 16,8 Millionen Franken. Der Mehrertrag für die Staatskasse beläuft sich auf 8,3 Millionen Franken.

Die straflose Selbstanzeige gilt in der Schweiz seit Anfang 2010: Reuige Steuersünder können einmal im Leben ihr Schwarzgeld deklarieren, ohne dafür bestraft zu werden. Sie müssen aber die ordentliche Nachsteuer und den Verzugszins für zehn Jahre zahlen. Schweizweit meldeten sich bislang gut 5000 Steuerpflichtige.

Nationalbank bereitet Sorgen

Auf den Kantonshaushalt haben die Mehreinnahmen durch die Amnestie keinen wesentlichen Einfluss, wie Steuerverwalter Knüsel betonte. Finanzdirektorin Beatrice Simon sagte, weit wichtiger sei die drohende Aussetzung der Ausschüttungen durch die Nationalbank (SNB).

Sollte es so weit kommen, würden dem Kanton Bern ab 2012 jährlich 210 Millionen Franken fehlen. Das sei kaum zu verkraften, sagte Simon, zumal sich das geplante Kantonsdefizit schon heute auf 400 Millionen Franken belaufe. «Eine Neuverschuldung wäre nicht mehr zu verhindern.»

Sie stehe in der Frage der SNB-Zahlungen in ständigem Kontakt mit ihren Kollegen von der Finanzdirektoren-Konferenz (FDK). Deren Präsident Christian Wanner hat bereits Widerstand gegen einen Ausschüttungsstopp angekündigt. Die Zahlungen der SNB machen zwischen 2 und 3 Prozent der Gesamteinnahmen der Kantone aus.

Drohende Mindereinnahmen

Der Kanton Bern werde ab 2012 noch andere Lücken zu stopfen haben, rief Regierungsrätin Simon in Erinnerung. Allein die Abschaffung der Handänderungssteuer führe zu jährlichen Mindereinnahmen von 120 Millionen Franken. Zudem stehe die rotgrüne Initiative gegen Pauschalsteuern für reiche Ausländer an, zu der sich die Regierung im kommenden Halbjahr äussern werde.

Im laufenden Jahr wolle die Steuerverwaltung ihre Bürgernähe pflegen, betonte Simon. So habe sie als schweizweit erste Behörde ein iPhone-App geschaffen, mit dem alle steuerrelevanten Abzüge laufend erfasst werden können. Die Steuererklärung wird so quasi zur Dauerbeschäftigung.

Weg vom Papier

Generell bemüht sich die Verwaltung, die 600'000 Steuerpflichtigen vermehrt ins Internet zu locken. So können Papier und CDs gespart werden. Bereits ab dem kommendem Jahr wird auf die Papierzustellung der Wegleitung verzichtet; allein so lässt sich eine halbe Million Franken einsparen.

Eine weitere Neuerung wurde schon auf Anfang 2011 geschaffen: So können verzinsliche Vorauszahlungen für die Steuern geleistet werden - allerdings nur im Rahmen des mutmasslich geschuldeten Steuerbetrags.

«Wir wollen ja keine Bank werden», betonte Knüsel. Die Steuerzahler könnten durchaus auf andere Gedanken kommen, denn die Regierung hat für 2011 einen attraktiven Zinssatz von einem Prozent festgelegt.

SDA/js

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