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Fall Urwyler: Regierung glaubt dem Inselspital

Der Berner Regierungsrat sieht keinen Handlungsbedarf im Fall der entlassenen Insel-Ärztin Natalie Urwyler. Dieser wäre nur gegeben, wenn an der Insel das Gleichstellungsgesetz systematisch verletzt würde.

Nach dem Fall Natalie Urwyler: Sollten Verdachtsgründe für die systematische Verletzung des Gleichstellungsgesetzes gegeben sein, wäre eine Thematisierung bei der Leitung des Inselspitals angezeigt, so der Regierungsrat.
Nach dem Fall Natalie Urwyler: Sollten Verdachtsgründe für die systematische Verletzung des Gleichstellungsgesetzes gegeben sein, wäre eine Thematisierung bei der Leitung des Inselspitals angezeigt, so der Regierungsrat.
Nicole Philipp

Die Berner Kantonsregierung beantwortet zwei politische Vorstösse zum Fall der Ärztin Natalie Urwyler, die wegen Verletzung des Gleichstellungsgesetzes erfolgreich gegen das Inselspital geklagt hatte. Was die Frauenförderung angeht, sieht der Regierungsrat keinen Handlungsbedarf.

Sollten dem Regierungsrat Anhaltspunkte oder Verdachtsgründe für die systematische Verletzung des Gleichstellungsgesetzes bekannt sein, wäre eine Thematisierung bei der Leitung des Inselspitals angezeigt. Aber: «Der Regierungsrat sieht keinen Handlungsbedarf.» Das schreibt die Kantonsregierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation von SP-Grossrätin und -Kantonalpräsidentin Ursula Marti.

Marti hatte im Frühling gefordert, dass der Fall der Ärztin Natalie Urwyler, die mit Verweis auf das Gleichstellungsgesetz erfolgreich gegen ihre Entlassung durch das Inselspital klagte, «im Kanton Bern zum Politikum werden muss».

In einem Vorstoss warf Marti die Frage auf, ob die Kantonsregierung bereit sei, ihre Aufsichtspflicht gegenüber dem Leistungserbringer Inselspital verstärkt wahrzunehmen, was die Einhaltung von Gleichstellungsgesetz und Diskriminierungsverbot angehe.

Die Antwort des Regierungsrats ist klar: Er könne keinen Einfluss auf die operativen Entscheide der Inselleitung nehmen, da er in erster Linie zuständig sei für die Wahl des Präsidiums und der Verwaltungsratsmitglieder. Auch inhaltlich sieht die Regierung kein Problem: Die Inselgruppe habe dem Regierungsrat versichert, dass es ihr «ein grosses Anliegen sei, Ärztinnen zu halten und zu fördern».

Ursula Marti ist über die Antwort der Regierung konsterniert, wie sie festhält: «Es ist, als gäbe es kein Gerichtsurteil im Fall Urwyler.» Sie werde weitere Vorstösse zu Gleichstellungsfragen einreichen.

Ähnlich beantwortet der Regierung einen zum Fall Urwyler eingereichten Vorstoss der grünen Grossrätin Natalie Imboden. Aufschlusreich ist eine vom Regierungsrat mitgelieferte Aufstellung der Frauenanteile in Kaderpositionen bei den Listenspitälern im Kanton Bern.

Tendenziell schneiden die privaten Spitäler eher besser ab. Bei den Kaderärzten zum Beispiel weist das Inselspital einen Frauenanteil von 14 Prozent aus, Hirslanden kommt auf 53 Prozent. Grossrätin Imboden erwägt, per Motion einen klareren Gesetzesauftrag bezüglich Gleichstellung zu fordern.

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