Mehr günstige Wohnungen und neue iPads

Toffen

Die Gemeinde Toffen verkauft Land für sozial verträgliche Wohnungen. Und sie investiert in die Informatik an der Schule.

Die Gemeinde will sich am Projekt selber beteiligen. Nun werden verschiedene Genossenschaftsmodelle geprüft.

Die Gemeinde will sich am Projekt selber beteiligen. Nun werden verschiedene Genossenschaftsmodelle geprüft.

(Bild: Valerie Chetelat)

Wann ist eine Wohnung günstig? Die Frage wurde am Montag an der Gemeindeversammlung in Toffen diskutiert. Die Versammlung entschied, dass sie ein Stück Land beim Kirchlichen Zentrum an die Halter AG verkauft. Die Firma tritt als Investorin auf und bezahlt 375 Franken pro Quadratmeter, total 1,37 Millionen Franken. Das sei nicht viel, befanden einige Bürger. Dafür, so der Gemeinderat, würden die neuen Wohnungen «kostengünstig» sein. Nicht wenige fragten, was das denn heisse.

Bei der geplanten Überbauung auf dem Areal Zelgli Ost handle es sich um ein Projekt, das «im Trend» liege, sagte Gemeindepräsidentin Ruth Rohr (Freie Bürger). Ziel sei, dass ältere Menschen, die in Einfamilienhäusern leben, dorthin ziehen – und so Wohnraum im Dorf für Familien frei werde. Dafür soll eine Genossenschaft gegründet werden, an der sich die Gemeinde beteiligen will.

Nun werden verschiedene Genossenschaftsmodelle geprüft. Selber bauen habe die Gemeinde nie in Erwägung gezogen, sagte Rohr. Auch eine Abgabe im Baurecht sei schwierig, da das Land auf zwei Eigentümer verteilt ist, so Rohr. Ein kleinerer Teil gehört der Kirchgemeinde Belp-Belpberg-Toffen. Sie hat dem Verkauf ihres Grundstücks bereits im Sommer zugestimmt.

Soziale Wohnungen

Die Miete für 4½-Zimmer-Wohnungen solle künftig unter 2000 Franken liegen, sagte Deborah Eggel von der Firma Halter. Eine Anwesende fand, dass das vielleicht in der Stadt Bern günstig sei. In Toffen müsste eine solche Wohnung jedoch günstiger als 1600 Franken sein. Eggel stimmte dem zwar zu, sagte aber auch: «Wir reden hier von Alterswohnungen, das ist neu für uns.»

Zusammen mit der Gemeinde sei die Firma daran, die Grundlagen zu erarbeiten. Bis im März werde sich zeigen, wie die Gebäude gestaltet werden und wie das Projekt ökologisch und ökonomisch nachhaltig umgesetzt werden könne. Halter anerkenne die Charta für gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften.

Die Gemeinde hätte das Land auch dem Meistbietenden verkaufen können, sagte Gemeindepräsidentin Rohr. «Dann wäre es weg.» Und dann könnte die Gemeinde nicht verlangen, dass sozial verträgliche Wohnungen gebaut würden. Das werde in einem Vertrag geregelt. Zudem könne die Gemeinde künftig als Genossenschafterin Einfluss nehmen.

Neue Tablets und Laptops für die Schule

Die Gemeinde investiert 560'000 Franken in die Informatik an der Schule. Die Gemeindeversammlung hiess einen Verpflichtungskredit am Montag gut. Damit reagiert die Gemeinde auf die gestiegenen Anforderungen im Lehrplan 21 im Bereich Medien und Information.

In der Unterstufe wird ein Klassensatz à 25 iPads angeschafft. Er wird von sechs Klassen benötigt. Für die vier Klassen der Mittelstufe werden zwei Klassensätze Tablets angeschafft. In der Oberstufe schliesslich wird jede Schülerin, jeder Schüler einen eigenen Laptop erhalten.

Auch alle Lehrerinnen und Lehrer erhalten ein eigenes Gerät. Ausserdem wird in jedem Klassenzimmer ein Fernseher sowie Apple TV installiert. An den Schulen Matte und Hang wird ein einheitliches WLAN-Netz aufgebaut.

«Wir machen einen grossen Sprung, was die Anzahl Geräte und die Komplexität angeht», sagte Gemeinderat Kaspar Aeberhard (Freie Bürger). Das schlägt sich auch in hohen Kosten für die externe Projektbegleitung nieder.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt