Grüne wollen dritten Nationalratssitz zurückerobern

In Zeiten, in denen die Diskussion über Klimaschutz allgegenwärtig ist, erhoffen sich die Grünen im Kanton Bern mehr Wählerstimmen.

Die Grünen des Kantons Bern wollen bei den eidgenössischen Wahlen von diesem Herbst drei Nationalratssitze erobern. Das ist einer mehr, als sie derzeit haben. Sie sind zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen.

Jan Remund, Co-Präsident der bernischen Grünen, sagte am Donnerstag vor den Medien in Bern, mit einem Zuwachs des Wähleranteils um zwei Prozentpunkte werde das Ziel erreicht. Das letzte SRG-Wahlbarometer sage den Grünen gesamtschweizerisch aber sogar drei Prozent Wählerzuwachs voraus. Diese Prognose wurde Anfang Juni publiziert.

Bei den letzten eidgenössischen Wahlen von 2015 kamen die Grünen auf einen Wähleranteil von 8,51 Prozent und mussten einen ihrer Sitze abgeben. Bei den Grossratswahlen von 2018 erreichten sie 9,9 Prozent.

Vier grüne Kandidierende traten neben Remund an der Medienkonferenz auf: Die amtierenden Nationalrätinnen Regula Rytz und Aline Trede sowie Kilian Baumann aus Suberg und Christine Badertscher aus Madiswil. Baumann ist Biobauer und Grossrat, Badertscher Swissaid-Mitarbeiterin und Partei-Vizepräsidentin. Sie besetzen die vier ersten Plätze auf der Nationalratsliste.

Ziel der Grünen ist auch, mit Regula Rytz einen Ständeratssitz zu ergattern.

Energisch Klimaschutz betreiben

Werden die vier grünen Spitzenkandidierenden gewählt, wollen sie sich dafür stark machen, dass der Klimaschutz energisch angepackt wird. Für Regula Rytz sind die Wahlresultate «absolut entscheidend» dafür, wie griffig das geplante CO2-Gesetz ausfallen wird.

Für Aline Trede ist es höchste Zeit, dass in Städten Massnahmen gegen die Erhitzung der Strassen und Plätze bei hohen Temperaturen ergriffen werden. Das Bundesamt für Umwelt solle einen wirksamen Aktionsplan erstellen.

Kilian Baumann wies darauf hin, dass hohe Temperaturen auch mehr Ozon bedeuten. Es gelte deshalb, bei Grenzwertüberschreitungen Tempo 80 auf Autobahnen zu signalisieren.

Christine Badertscher bezeichnete die zunehmende Hitze als «echte Gefahr für die menschliche Gesundheit». Wie einige Westschweizer Kantone müsse auch der Kanton Bern einen Aktionsplatz zum Schutz der Bevölkerung bei hohen Temperaturen erarbeiten.

Listenverbindung mit SP

Die Grünen treten in diesem Jahr mit drei Listen zu den Nationalratswahlen an, einer mehr als vor vier Jahren. Es gibt die Liste der Grünen Kanton Bern, jene der Jungen Grünen und eine kombinierte Liste Junge Grüne/Junge Alternative Bern. Dieser Listenzuwachs gehe darauf zurück, dass in der Stadt Bern sehr viele junge Leute hätten kandieren wollen, sagten Remund und Trede.

Die Grünen werden ihre Listen mit denjenigen der SP und der PdA verbinden. Für die drei Grünen-Listen sind Unterlistenverbindungen vorgesehen.

mb/sda

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