Kandidaten der Berner FDP beginnen parteiinternen Wahlkampf

Die vier Regierungsratskandidaten der Berner FDP haben am Dienstag den parteiinternen Wahlkampf in Angriff genommen. Das letzte Wort hat am 31. Mai die Delegiertenversammlung in Bern.

Diese vier Männer wollen für die FDP in den Regierungsrat: Heinz Habegger, Christian Wasserfallen, Markus Loosli und Philippe Müller (v.l.).

Diese vier Männer wollen für die FDP in den Regierungsrat: Heinz Habegger, Christian Wasserfallen, Markus Loosli und Philippe Müller (v.l.). Bild: Thomas Peter

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Die FDP will den Sitz verteidigen von Regierungsrat Hans-Jürg Käser, der nicht mehr zur Wahl antritt. Für seine Nachfolge gibt es gemäss Beobachtern Favoriten und Aussenseiter, aber für Parteipräsident Pierre-Yves Grivel haben alle gleich lange Spiesse. Das Rennen sei völlig offen, betonte er an einer Medienkonferenz in Bern.

Schweizweit bekannt ist Nationalrat Christian Wasserfallen. Innerhalb der FDP nehme er eine «Mitte-Rechts-Position» ein, sagte der 35-jährige Stadtberner auf eine Journalistenfrage. Deshalb habe er auch zugesagt, Vizepräsident der FDP Schweiz zu werden. Das habe bei den nationalen Wahlen 2015 enorm geholfen.

Wasserfallen betonte, er habe durchaus Führungserfahrung - zum Beispiel als Präsident der nationalrätlichen Bildungskommission, aber auch als Präsent des nationalen Dachverbandes der Fachhochschul-Absolventen und als Verwaltungsratspräsident eines Bauunternehmens.

Auch Grossrat Philippe Müller sieht sich «mitte-rechts innerhalb der FDP». Zwar könne er nicht an eine wichtige Abstimmung erinnern, bei der er von der Parteilinie abgewichen sei. Allerdings lege er den Finger mitunter auf wunde Punkte und spreche unangenehme Dinge an - zum Beispiel, wenn es um Fehlanreize in der Sozialhilfe gehe.

Er sei aber auch bekannt dafür, mit dem politischen Gegner zusammenarbeiten zu können. Im Parlament habe er schon öfters Vorstösse anderer Parteien unterstützt. Der 53-jährige Müller ist auch Präsident der Stadtberner FDP und Geschäftsleitungsmitglied der CSL Behring in Bern.

Der 56-jährige Heinz Habegger positioniert sich in der Mitte der FDP. Arbeit solle sich lohnen, doch manche Menschen bräuchten Unterstützung - «in einem Rahmen, den wir uns finanziell leisten können».

Als Unternehmer und langjähriger Vorsteher des bernischen Amts für Wasser und Abfall bringt er seiner Meinung nach das Rüstzeug für das Amt des Regierungsrats mit. Politisch aktiv war er bislang auf Gemeindeebene, in Hilterfingen. Auch Markus Loosli war lange Jahre in der Kantonsverwaltung tätig, als Chef des Alters- und Behindertenamts.

Heute ist er Gemeindepräsident von Herzogenbuchsee. In dieser Funktion sei er sich gewohnt, nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Der 59-Jährige Loosli traut sich zu, auch auf die grössten Kritiker zuzugehen. Politisch ortet er sich ebenfalls in der Mitte seiner Partei.

Ochsentour steht an

Auf die vier Kandidaten warten anstrengende Wochen. Denn Parteipräsident Grivel erwartet, dass sich jeder von ihnen in allen acht Kreisparteien der bernischen FDP präsentiert. Das Ziel ist, möglichst viel der maximal 300 Delegierten hinter sich zu scharen, die im Mai in Bern die Nomination vornehmen werden.

Dass keine Frauen im Rennen sind, kann die Parteispitze nach eigenen Angaben verschmerzen. Es habe bei der FDP auch schon Ausmarchungen gegeben, an denen sich keine Männer beteiligt hätten, sagte Geschäftsführer Stefan Nobs.

Diesmal habe sich eben keine Frau zu einer Bewerbung durchringen können, stellte Grivel fest. Über die Gründe mochte er nicht spekulieren.

Klar ist für den FDP-Chef, wie die bürgerlichen Parteien nach 2018 im siebenköpfigen Regierungsrat vertreten sein sollten: Genau wie heute mit 2 SVP, 1 BDP und 1 FDP.

Ob die amtierenden Regierungsmitglieder Christoph Neuhaus (SVP) und Beatrice Simon (BDP) wieder antreten, ist noch offen. Klar ist, dass Pierre-Alain Schnegg (SVP) die Wiederwahl anstreben wird - er wurde ja erst 2016 in die Regierung gewählt. (flo/sda)

Erstellt: 28.02.2017, 16:04 Uhr

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