Kanton will Nachbesserungen beim Bahnausbau

Der Berner Regierungsrat fordert, dass der Bund sein Bahnausbauprogramm ausbessert. Neben Ausbau dem Lötschberg-Basistunnel soll auch die Grimselbahn berücksichtigt werden.

Der Berner Regierungsrat weibelt beim Bund für den Ausbau des Lötschberg-Basistunnels. Aussderdem soll das Projekt Grimselbahn vorangetrieben werden.

Der Berner Regierungsrat weibelt beim Bund für den Ausbau des Lötschberg-Basistunnels. Aussderdem soll das Projekt Grimselbahn vorangetrieben werden. Bild: zvg/BLS

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Dass der Bundesrat den Ausbau des Lötschberg-Basistunnels noch nicht an die Hand nehmen will, fuchst den Kanton Bern gehörig. Der Regierungsrat fordert deshalb vom Bund Nachbesserungen beim Ausbauschritt 2030/35 der Bahninfrastruktur.

Ein ausgebauter Lötschberg-Tunnel schaffe wesentliche Vorteile für das ganze Land, betont die Berner Kantonsregierung in einer Stellungsnahme vom Freitag zur Vernehmlassungsvorlage.

Der vorwiegend einspurig befahrbare Lötschberg-Tunnel habe seine Kapazitätsgrenzen erreicht, betonte am Donnerstag bereits die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer namens des Lötschberg-Komitees. Diesem gehören zahlreiche Kantone und Parlamentarier aller Ebenen an.

Bis ins Jahr 2040 rechnen Fachleute mit einer Zunamen des Güter- und Personenverkehrs von 40 bis 50 Prozent. Dies vor Augen, sei ein weiterer Aufschub des Tunnelausbaus am Lötschberg verantwortungslos, wie Egger am Donnerstag sagte.

Im Personenverkehr würde der Ausbau des Lötschberg-Basistunnels den Halbstundentakt zwischen Bern und Brig ermöglichen. Dies ist laut Komitee insbesondere für den Tourismus wichtig.

Stückwerk geblieben

Der gut 35 Kilometer lange Lötschberg-Basistunnel zwischen Frutigen (BE) und Raron (VS) ist seit 2007 in Betrieb. Heute sind bloss 15 Kilometer zweispurig befahrbar. Die östliche Röhre ist voll in Betrieb.

Von der westlichen Röhre können bloss 15 Kilometer genutzt werden. Sechs Kilometer sind noch nicht gebohrt. 14 Kilometer sind zwar ausgebrochen, aber nicht mit Bahntechnik ausgerüstet. Seinerzeit wurde aus Kostengründen auf einen Vollausbau verzichtet.

Grimselbahn und Haltestellen

Weiter fordert der Kanton Bern, dass der Bund auch drei neue Haltestellen in sein Ausbauprogramm aufnimmt: Thun Nord, Wilderswil Flugplatz und St-Imier La Clef. Sie sind erschliessen drei Entwicklungsgebiete von kantonaler Bedeutung.

Und schliesslich will der Kanton Bern auch, dass der Bund die Grimselbahn im Ausbauschritt 2030/35 mitberücksichtigt. Der neue Tunnel soll gleichzeitig dem Bahnverkehr und der Stromübertragung zwischen dem Haslital im Berner Oberland und dem Goms im Kanton Wallis dienen.

Die Kantone Bern und Wallis sehen in dem Projekt einen touristischen Nutzen. Die Grimselbahn würde das Schmalspurnetz nördlich und südlich der Alpen verbinden. Das 850 Kilometer lange Streckennetz wäre dann eines der grössten weltweit und würde Tourismusregionen wie Montreux, Interlaken, Luzern, Andermatt und St. Moritz verbinden.

Mehr Mittel

Der Berner Regierungsrat begrüsste zwar in seiner Stellungnahme grundsätzlich den geplanten Bahnausbau, kritisierte die Vorlage des Bundesrats aber als «unvollständig und unausgewogen».

Die Vorlage trage mehreren Engpässen, die sich schon heute abzeichneten, nicht Rechnung. Insbesondere in der Westschweiz sei eine überproportionale Nachfrage zu erwarten.

Der Kanton Bern regt daher an, dass der Bund den Kostenrahmen für den Ausbauschritt von 11,5 auf 12 bis 13 Milliarden Franken ausweitet.

Unterstützung findet beim Kanton Bern die Entwicklung des Fernverkehrs Richtung Viertelstundentakt auf den wichtigsten Strecken. (flo/sda)

Erstellt: 12.01.2018, 15:21 Uhr

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