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Der Kommentar von Chantal Desbiolles, Ressortleiterin Kanton Bern, zu den Krankenkassenprämien vom nächsten Jahr.

Bundesrat Alain Berset bei der Bekanntgabe der Krankenkassenprämien 2020 in Bern. Foto: Peter Schneider (Keystone)

Bundesrat Alain Berset bei der Bekanntgabe der Krankenkassenprämien 2020 in Bern. Foto: Peter Schneider (Keystone)

Chantal Desbiolles

Mit der Erhöhung von «fast null» gab der Gesundheits­minister Alain Berset (SP) eine sehr gute Neuigkeit bekannt. Gleichzeitig sinken die Krankenkassenprämien in zehn Kantonen, so auch in Bern. Berset wird damit zum zweiten Mal in Folge Überbringer einer populären Nachricht. Letztes Jahr konnte er einen moderaten Anstieg von 1,2 Prozent ver­künden.

Allein die gute Nachricht beschränkt sich darauf, dass die Budgets der Versicherten zumindest im nächsten Jahr nicht stärker strapaziert werden. Denn gleichzeitig steigen die Gesundheitskosten munter weiter. Es ist nicht auszuschliessen, dass wir ab übernächstem Jahr für unsere Krankenversicherung wieder deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen.

Einige unter uns können sich die Prämien schon heute nicht mehr leisten. Steuern und Krankenkassenbeiträge sorgen dafür, dass sich Menschen verschulden. Stolze 17 Prozent des verfügbaren Einkommens von Berner Haushalten sind für Gesundheitsversicherungen vorgesehen – mehr als in anderen Kantonen.

Keine Frage, das Kosten­wachstum im Gesundheits­wesen muss weiterhin mit aller Kraft gebremst werden. Preise für Generika zu senken und innovative Projekte zuzulassen, wie das der Bundesrat vorschlägt, sind ein Anfang. Im Zentrum stehen aber die Ver­sicherten und Patientinnen – und ihr Zugang zu grund­sätzlichen medizinischen Leistungen.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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