Mein Name ist... Steinhummel

In der Rubrik «Mein Name ist...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Die Steinhummel fliegt über zweihundert verschiedene Pflanzen an.

Die Steinhummel fliegt über zweihundert verschiedene Pflanzen an.

(Bild: iStock)

Franziska Zaugg

Wenn ich auftauche, ist auch der Frühling da. Ich bin eine Steinhummelkönigin und verlasse mein Winterquartier in der Erde Ende April, Anfang Mai. Man sieht mich auch fliegen, wenn der Himmel bedeckt oder das Wetter regnerisch ist. Mein pelziges Gewand hält mich warm. Es ist ganz schwarz, einzig mein Hinterteil ist rötlich gefärbt.

Kaum aus der Erde gekrochen und am Tageslicht, widme ich mich der Suche nach Nektar und Pollen. Ich fliege über zweihundert verschiedene Pflanzen an, etwa Klee und Taubnessel.

Ich brauche viel Energie, denn ich habe Grosses vor: Ich gründe einen Staat, der an die 300 Steinhummeln zählen soll. Dazu baue ich als Erstes ein Nest aus trockenen, zerkleinerten Pflanzen.

Als Bauplatz wähle ich einen Hohlraum in einer Mauer, ein leeres Vogelnest oder eine Stelle in einem Steinhaufen – daher mein Name. Uns Steinhummeln sieht man überall, am Waldrand, auf Wiesen, in der Stadt und entlang der Aare.

Im Nest lege ich meine Eier ab, die mit mir überwintert haben. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich verpuppen und sich zu Arbeiterinnen entwickeln.

Aus der späteren Brut gehen dann junge Königinnen und Männchen, sogenannte Drohnen, hervor. Die Drohnen tragen einen gelben Streifen um die Brust und einen gelben Haarbüschel auf dem Kopf.

Mit meinen bis zu siebenundzwanzig Millimetern bin ich die Grösste in meiner Familie. Drohnen und Arbeiterinnen werden bis zu achtzehn Millimeter lang.

Honig sammeln wir Steinhummeln übrigens nur für den Eigengebrauch. Wir leisten aber trotzdem einen wichtigen Beitrag bei dem Bestäuben von Pflanzen.

Im Herbst sterbe ich alte Steinhummelkönigin. Auch die Arbeiterinnen und Drohnen überwintern nicht. Die jungen Königinnen aber, frisch begattet, ziehen sich in die Erde zurück, um im kommenden Frühling einen eigenen Staat zu gründen.

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