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Neubau Frauengefängnis Witzwil nimmt erste Hürde

In Witzwil im Seeland soll ein neues Frauengefängnis gebaut werden. Ein Antrag auf Rückweisung des Projekts war im Berner Grossen Rat chancenlos.

Neben der bestehenden Strafanstalt soll in Witzwil ein neues Frauengefängnis gebaut werden.
Neben der bestehenden Strafanstalt soll in Witzwil ein neues Frauengefängnis gebaut werden.
Enrique Munoz Garcia

Die Idee, die sanierungsbedürftige Frauen-Vollzugsanstalt Hindelbank durch einen Neubau in Witzwil im Seeland zu ersetzen, hat im Berner Kantonsparlament eine erste Hürde genommen. Der Grosse Rat nahm am Mittwoch einen entsprechenden Bericht zur Kenntnis. Ein Antrag aus den Reihen der SVP auf Rückweisung des Berichts war chancenlos.

Seit geraumer Zeit ist klar, dass in der Frauen-Vollzugsanstalt in Hindelbank in nächster Zeit umfangreiche Erneuerungsarbeiten anfallen werden. Zunächst bestand die Idee, einen Teil der bestehenden Bauten durch einen Neubau zu ersetzen.

Es zeigte sich aber, dass mittelfristig alle Gebäude in Hindelbank ersetzt oder saniert werden müssen. Weil dort nach Ansicht des Regierungsrats die Platzverhältnisse nicht optimal sind, kam die Idee auf, in Witzwil ganz neu zu bauen. Dort gibt es bereits eine Strafanstalt für Männer.

Die Regierung prüfte auch verschiedene andere Standorte für einen Neubau. Doch Witzwil ist nach Ansicht des Regierungsrates der am besten geeignete Ort für das Vorhaben.

Neubau einfacher als Sanierung

Ein Neubau im Seeland wäre nach Ansicht des Regierungsrats kaum teurer als eine Gesamtsanierung in Hindelbank. Dazu komme, dass man in Hindelbank unter laufendem Vollzugs-Betrieb um- und neubauen müsse - ein Sicherheitsrisiko.

Die Regierung sieht in Witzwil zudem bessere Möglichkeiten, die Anstalt auch künftigen Bedürfnissen anpassen zu können. Allerdings würden durch einen Neubau Naturschutz- und Landwirtschaftsinteressen tangiert.

Bedenken der Bauern und Landschaftsschützer

Der Kanton zahle viel Geld für den Natur- und Umweltschutz, doch im vorliegenden Fall seien solche Überlegungen einfach egal, kritisierte Grossrätin Beatrice Struchen namens der SVP.

Auch die rot-grüne Ratsseite meldete gewisse Bedenken an. In der weiteren Bearbeitung des Projekts müsse den Schutzanliegen genügend Rechnung getragen werden, sagte etwa SP-Sprecher Peter Bernasconi.

Baudirektorin Barbara Egger versicherte, dass dies geschehen werde. Man lege Wert darauf, dass nicht zu viel Naturschutzgebiet und Landwirtschaftsland beeinträchtigt werde. Alle Betroffenen und Interessierten würden einbezogen. Man strebe eine ausgewogene Lösung an.

Wenn die neue Vollzugsanstalt einmal gebaut und in Betrieb sei, brauche man die Gebäude in Hindelbank nicht mehr, führte Egger aus. Abgesehen vom Schloss würden die Anstaltsgebäude in Hindelbank dereinst zurückgebaut und das Land könne wieder als Kulturland dienen.

Das Parlament gab der Regierung in diesem Zusammenhang eine Planungserklärung mit auf den Weg. Die neue Frauen-Vollzugsanstalt in Witzwil solle in unmittelbarer Nachbarschaft zur bestehenden Strafanstalt gebaut werden.

Investition von 152 Millionen

In Witzwil soll ein Neubau für 118 Plätze entstehen. Die Investitionskosten werden auf 152 Millionen Franken veranschlagt. Nach Abzug von Bundes- und anderen Subventionen müsste der Kanton Bern rund 112 Millionen Franken tragen. Gebaut werden soll ab dem Jahr 2018.

Das Projekt wird nun vorangetrieben. Das Kantonsparlament wird sich zu einem späteren Zeitpunkt noch mit den entsprechenden Krediten befassen.

SDA/tag

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