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Neue Chefärzte am Tiefenauspital werben für Spitalfusion

Nach diversen Kündigungen im Ärztekader haben in diesen Wochen im Berner Tiefenauspital drei neue Chefärzte ihre Stellen angetreten. Sie betonten am Dienstag die Chancen der Grossfusion der Berner Spitäler.

Das Spital Tiefenau will nach der Grossfusion die Vorteile seines Standortes nutzen. Das betonten die drei neuen Chefärzte des Spitals am Dienstag vor der Medien.
Das Spital Tiefenau will nach der Grossfusion die Vorteile seines Standortes nutzen. Das betonten die drei neuen Chefärzte des Spitals am Dienstag vor der Medien.
Enrique Munoz Garcia

Das Universitätsspital Insel mit seinen Möglichkeiten in der Spitzenmedizin sei anders als das überschaubare, familiärere Tiefenauspital. Es gelte, die Vorteile dieser beiden Standorte zu kombinieren und zu nutzen, sagten die drei neuen Tiefenau-Chefärzte.

Sie sind alle mit dem Inselspital verbunden und sind dort auch in einem gewissen Umfang weiterhin tätig, wie sie ausführten. Deswegen seien sie aber keine «Köfferli-Doktoren», die immer auf dem Sprung von einem Ort zum anderen seien, betonte der Kardiologie-Chefarzt Michael Billinger. Die Vernetzung mit dem Inselspital biete vielmehr die Gelegenheit, den Blick fürs Ganze zu behalten.

Auch erarbeitetes spitzenmedizinisches Fachwissen könne durch Einsätze in der «Insel» erhalten bleiben, doppelte Daniel Inderbitzin, neuer Leiter der Chirurgischen Klinik, nach. Aus der Sicht des Patienten sei es gut, wenn der Chirurg den Tiefenau-Patienten bei Bedarf auch am Inselspital behandeln könne. So erhalte der Patient eine Behandlung aus einem Guss.

Auch der neue Chef der Pneumologie, Christophe von Garnier, sprach von Nutzen der Achse zum Inselspital.

Verunsicherung bei Patienten

Im Zuge der Zusammenführung der öffentlichen Krankenhäuser der Spital Netz Bern AG mit dem Inselspital kam es in den vergangenen Monaten zu verschiedenen Abgängen von Kaderärzten.

Der Spitalzusammenschluss im Allgemeinen und die Abgänge im Besonderen sorgten in der Bevölkerung für eine gewisse Verunsicherung. Sie führten auch zu Patientenverlusten am Tiefenauspital.

Ein Teil der Verluste sei saisonal bedingt wegen der Herbstferien, ein anderer Teil gehe wohl auf die Verunsicherung zurück, sagte Hans-Peter Kohler, Stellvertreter des Ärztlichen Direktors des Spitalnetzes Bern. Die Fallzahlen zeigten aber inzwischen wieder aufwärts.

Man sei daran, zum Beispiel die zuweisenden Ärzte über im vollen Umfang weiterbestehenden Leistungen des Tiefenauspitals zu informieren. Eine schnelle Wiederbesetzung der medizinischen Führungsebene sei wichtig gewesen, damit die niedergelassenen Ärzte und ihre Patienten weiterhin jederzeit und ohne Einschränkung ins Tiefenauspital einweisen könnten, betonte auch Verwaltungsratspräsident Joseph Rohrer.

Komitee übt Kritik

Kritik kam insbesondere von einem Komitee, das sich nach der Schliessung der Geburtenabteilung am Spital Riggisberg gebildet hatte. Das Tiefenauspital als wichtigster Spital-Grundversorger in der Stadt Bern werde zu Gunsten einer «universitären Gross-Spital-Idee geopfert», so die Befürchtung beim Komitee.

Bei der grossen Berner Spitalhochzeit geht es um die Zusammenführung der öffentlichen Krankenhäuser der Spital Netz Bern AG mit dem Inselspital. Zur Spitalnetz-Gruppe gehören unter anderem die Stadtberner Spitäler Tiefenau und Ziegler, Spitäler in Aarberg, Münsingen und Riggisberg sowie weitere Einrichtungen.

SDA/tan

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