Regierung lehnt Mindestpensen für Lehrer ab

Der Berner Regierungsrat erteilt der Motion von bürgerlichen Grossräten eine Absage.

Der Regierungsrat hält nichts von der Einführung von Mindestpensen für Lehrpersonen.

Der Regierungsrat hält nichts von der Einführung von Mindestpensen für Lehrpersonen.

(Bild: iStock/ Symbolbild)

Viele Schulen im Kanton Bern bekunden aktuell Mühe, die frei werdenden Lehrerstellen fürs nächste Schuljahr zu besetzen. Die Berner Regierung hat deswegen bereits verschiedene Massnahmen ergreifen müssen. Seit einem Jahr helfen etwa Studierende der pädagogischen Hochschule aus, wenn Stellen unbesetzt bleiben. Und auf nächsten Sommer hin steht eine Truppe von pensionierten Lehrpersonen bereit, die bei Stellvertretungen einspringen können.

Eine überparteiliche Gruppe von bürgerlichen Grossräten fordert nun in einer Motion aber ein weiteres Instrument, um dem Lehrermangel zu begegnen. Die Parlamentarier wollen, dass der Regierungsrat Mindestpensen für Lehrpersonen einführt. Neu sollen Primarlehrer minimal 10 Lektionen pro Woche unterrichten, Sekundarschullehrer 9 Lektionen pro Woche. In beiden Fällen entspricht dies einem Anstellungsgrad von 35 Prozent. Weil der Kanton Bern heute verhältnismässig viele Lehrpersonen mit niedrigen Pensen beschäftigt, hätte dies zur Folge, dass diese ihre Pensen aufstocken müssten. Das würde Schulen den Druck nehmen, neue Lehrer finden zu müssen. Der Kanton Zürich hat vor vier Jahren ein vergleichbares Regime eingeführt.

Der Regierungsrat hält aber dennoch wenig von der Forderung. Viele Lehrpersonen seien heute freiwillig dazu bereit, ihr Pensum zu erhöhen, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort. «Diese auf Freiwilligkeit basierende Erhöhung des Beschäftigungsgrades ist aus Sicht des Regierungsrates nachhaltig.» Ausserdem gibt er zu bedenken, dass Städte von dieser Regelung gegenüber ländlichen Gemeinden im Vorteil wären. Der Grund: In einem grossen Kollegium können flexiblere Lösungen für die Verteilung von Pensen gefunden werden. Weiter argumentiert der Regierungsrat, dass die Autonomie der Gemeinden bei der Anstellung von Lehrkräften einschränkt würde.

Die Motion wird in einer kommenden Session des Grossen Rates besprochen. Traktandiert ist sie allerdings noch nicht.

qsc

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