Zum Hauptinhalt springen

Schneggs Kampf gegen die steigenden Kosten in seiner Direktion

Effizienz ist die Parole von Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP), auch im Kampf gegen die steigenden Gesundheitskosten. Wo er dabei ansetzt.

Fordert mehr Effizienz im Gesundheitswesen: Pierre Alain Schnegg.
Fordert mehr Effizienz im Gesundheitswesen: Pierre Alain Schnegg.
Franziska Rothenbühler

Welche Strategie verfolgt der Gesundheitsdirektor?

Nach drei Jahren der Analyse will Pierre Alain Schnegg (SVP) seine Direktion nun konsolidieren. Dass der Gesundheitsdirektor dabei an seinem forschen unternehmerischen Kurs festhält, daran herrschen keine Zweifel. In der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) werden Prozesse beschleunigt und Kosten gesenkt. «Wir sind uns selbst gegenüber sehr kritisch und haben gewagt, auch auf Liebgewonnenes zu verzichten», sagte Schnegg während seiner Jahresmedienkonferenz, «wenn der Nutzen den Aufwand nicht mehr rechtfertigte.»

Wo wachsen die Kosten?

Um 330 Millionen oder 16 Prozent sind die Kosten im Gesundheits- und Sozialwesen seit 2014 gestiegen. Bis 2023 rechnet man in Schneggs GSI mit einem Plus von weiteren 119 Millionen. Insgesamt fallen dann Kosten in Höhe von 3,2 Milliarden Franken an. Davon trägt der Kanton 2,6 Milliarden, auf die Gemeinden entfallen 592 Millionen. Der grösste Posten: die Spitäler. «Sie müssen sich transformieren, ansonsten verschwinden sie von der Landkarte», erklärte Schnegg.

Was heisst das für die Spitäler?

Schnegg will mehr ambulante Eingriffe. Eine stationäre Operation koste fast dreimal mehr als eine ambulante, rechnete der Gesundheitsdirektor vor. Lediglich in sechs Kategorien müssen im Kanton Bern Eingriffe ambulant vorgenommen werden, während andere Länder bereits auf über vierzig Kategorien angehoben hätten. Das Kostenwachstum einzudämmen, sei möglich, ist er überzeugt, allerdings nicht allein in diesem Bereich.

Mehr ambulante Eingriffe bedeuteten für die Spitäler weniger Personal, weniger Betten, weniger Personal in der Küche und im Hausdienst. Die demografische Entwicklung werde jedoch mehr Bedarf in anderen Bereichen generieren.

Wie will Pierre Alain Schnegg das Kostenwachstum hemmen?

Neue Ansätze kann auch der Hardliner nicht präsentieren. Auch er spricht davon, unnötige Eingriffe vermeiden zu wollen. Gleichzeitig will er unter den beteiligten Institutionen und Behörden Abläufe vereinfachen und Doppelspurigkeiten verhindern: Sie sollen besser zusammenarbeiten und ihre Daten austauschen. Der frühere Softwareunternehmer treibt dazu auch die Digitalisierung in seiner Direktion voran. Wichtig seien ihm Effizienz und Koordination. Rund 20 Projekte laufen derzeit.

Im Asyl- und Flüchtlingsbereich überwälzt der Kanton einen guten Teil des Risikos auf die regionalen Partner: Sie erhalten nur einen Teil des Grundstocks für die Betreuung von vorläufig Aufgenommenen und anerkannten Flüchtlingen; der Rest ist an Ziele geknüpft.

Ziele, die – wenn sie übertroffen werden – auch mehr einschenken können. «Als Trumpfkarte können die Partner ihre unternehmerische Freiheit ausspielen», erklärte Eveline Zurbriggen, stellvertretende Generalsekretärin. Für die «neuen Wege» benötige die GSI einen Vertrauensvorschuss und gegenseitige Unterstützung.

Welche Projekte treibt die Direktion voran?

Das elektronische Patientendossier ist eines von mehreren Digitalprojekten. Es ist nicht nur gemäss Schnegg aus heutiger Sicht der einzige Weg, um Patientinnen und Patienten möglichst integral zu versorgen. Auch die kantonale Gesundheitsstrategie ist angestossen: 74 Stellungnahmen sind eingegangen, die nun ausgewertet werden.

Wie kann die Digitalisierung beim Sparen helfen?

Ein Beispiel: Eine neue Software soll im Sozialhilfebereich die Bearbeitung der Fälle vereinheitlichen. Aktuell geben die Gemeinden und Burgergemeinden im Kanton rund 7 Millionen Franken jährlich für ihre eigenen, voneinander unabhängigen Systeme aus. Rund 2 Millionen planen sie zudem in den nächsten beiden Jahren zu investieren.

In einem kantonsweit einheitlichen System sieht Inge Hubacher als Vorsteherin des Amts für Integration und Soziales Potenzial: Die Fälle könnten von allen Involvierten administrativ günstiger und effizienter geführt werden, weil alle Zugriff haben. Das Projekt hat der Kanton im September mit dem Verband Bernischer Gemeinden und der Berner Konferenz für Sozialhilfe, Kindes- und Erwachsenenschutz angestossen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch