Zum Hauptinhalt springen

Schnellrichter in Stadien geprüft

Der höchste Staatsanwalt prüft, ob Schnellgerichte auch in Bern konsequent gegen Hooligans eingesetzt werden können.

Gewalt und gefährliche Feuerwerkskörper während Sportveranstaltungen. Greifen Justiz und Polizei bald durch?
Gewalt und gefährliche Feuerwerkskörper während Sportveranstaltungen. Greifen Justiz und Polizei bald durch?
Andreas Blatter

Gewalttätige Fussballfans haben in Bern bis jetzt leichtes Spiel. Ihre Chance ist gross, nach verübter Tat zu entkommen – oder zumindest erst Monate im Nachhinein dem Richter vorgeführt zu werden. Das könnte sich nun ändern: Gestern traf sich der Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) mit Markus Weber, dem höchsten Staatsanwalt im Kanton Bern. Thema: Bekämpfung des Hooliganismus. Es sei ein sehr gutes, bereits seit Langem geplantes Gespräch gewesen, sagte der Polizeidirektor gegenüber dieser Zeitung.

Filme als Beweis

Resultat der Unterredung laut Käser: Man sei übereingekommen, dass Weber und sein Stellvertreter prüft, wie man Schnellrichter auch bei Sportveranstaltungen effizient einsetzen könne. Bereits heute gibt es sogenannte Schnellrichter in Bern. Sie können Täter innert 24 Stunden nach der Tat verurteilen. Allerdings wurden Schnellrichter bis jetzt vor allem bei Drogendelikten und bei illegalen Aufenthaltern eingesetzt.

Der Staatsanwalt werde zum Beispiel prüfen, ob es Sinn macht, ähnlich wie in St.Gallen während heiklen Sportveranstaltungen Untersuchungsrichter direkt in die Stadien zu beordern. Weber werde ebenfalls prüfen, welche Mittel sinnvoll sind, um Beweise bei Gewalttaten an Sportveranstaltungen schnell zu dokumentieren und den Richtern unmittelbar danach zugänglich zu machen. Ein Mittel, Beweise schnell sicherzustellen, sei die Videoüberwachung.

Ein Ungelöstes Problem: Die bekannten Kapazitätsengpässe der Polizei: «Heute sind die Polizisten an Fussballspielen vor allem mit Deeskalationsmassnahmen beschäftigt», sagt Polizeidirektor Käser. Um Täter schnell überführen zu können, bräuchte es an Fussball- und Hockeyspielen mehr Polizisten, um Delikte sofort zu protokollieren. Wie das Problem gelöst werden kann, steht laut Käser noch nicht fest.

Kritik der Hockeyliga

Kürzlich hatten die kantonalen Polizeidirektoren weitere Massnahmen zum Kampf gegen Hooliganismus aufgezeigt: etwa die Aufhebung der Stehplätze. Die Eishockey-Nationalliga hat die Pläne gestern kritisiert und deren Umsetzung als «eine Verstaatlichung der Meisterschaft» bezeichnet.

BZ/ma/mjc

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch