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Signal für zweisprachige Spitäler

Der Kanton Bern will sich für Zweisprachigkeit in der Spitalversorgung einsetzen. Deutsch und Französisch in Berner Listenspitälern soll der Standard sein.

Patienten sollen sich im Kanton Bern in den Listenspitälern sowie am Universitätsspital «Insel» in ihrer Amtssprache, also entweder Deutsch oder Französisch, behandeln lassen können.
Patienten sollen sich im Kanton Bern in den Listenspitälern sowie am Universitätsspital «Insel» in ihrer Amtssprache, also entweder Deutsch oder Französisch, behandeln lassen können.
Urs Baumann

Patienten haben Anspruch darauf, sich in den Bieler Listenspitälern und am Berner Inselspital in ihrer jeweiligen Amtssprache behandeln zu lassen. Der Kanton Bern will die Zweisprachigkeit in der Spitalversorgung hoch halten und ein politisches Zeichen setzen – für finanzielle Unterstützung sind die Mittel begrenzt.

Die bernische Gesundheits- und Fürsorgedirektion will das Thema Zweisprachigkeit regelmässig im Rahmen der halbjährlichen Gespräche mit den Direktionen der betroffenen Spitaleinrichtungen aufgreifen, wie der Kanton Bern, der Bernjurassische Rat (BJR) und der Bieler Rat für französischsprachige Angelegenheiten (RFB) nach einem gemeinsamen Treffen am Donnerstag mitteilten.

SVP-Regierungsrat Pierre Alain Schnegg machte laut Mitteilung an dem Treffen aber auch deutlich, dass die Zweisprachigkeit nur eine der zahlreichen Herausforderungen der Spitäler sei.

Der BJR und der RFB betonten ihrerseits die Bedeutung der Zweisprachigkeit in der Spitalversorgung. Namentlich am Spitalzentrum Biel würden grosse Anstrengungen unternommen. Dieses wurde bis 2014 durch einen Kantonsbeitrag, danach durch Bundesbeiträge gemäss eidgenössischem Sprachengesetz unterstützt.

Das Berner Inselspital hat dank den Bundeshilfen an mehrsprachige Kantone ebenfalls entsprechende Projekte eingeleitet. Die Bundeshilfen deckten jedoch nur einen Bruchteil der Mehrkosten, die die Zweisprachigkeit im Spitalwesen verursache, rechneten die beiden regionalen Institutionen vor.

Der Kanton ist laut Mitteilung der Auffassung, dass die Zweisprachigkeit besser in die Versorgungskosten integriert und in den Tarifgesprächen der Krankenkassen verhandelt werden müsste.

Ein weiteres Thema des Treffens waren die Bundesbeiträge an mehrsprachige Kantone. Diese waren in den vergangenen Jahren rückläufig. Der RFB will, dass der Kanton Bern sich beim Bund entsprechend engagiert. Und schliesslich stellt sich für den RFB auch die Frage nach einer gesetzlichen Grundlage für direkte Staatsbeiträge an zweisprachige Projekte.

Patienten sollen sich im Kanton Bern in den Listenspitälern sowie am Universitätsspital «Insel» in ihrer Amtssprache, also entweder Deutsch oder Französisch, behandeln lassen können. Dies gibt das Spitalversorgungsgesetz vor. Wer eine Verletzung dieses Rechts feststellt, kann sich an das kantonale Spitalamt wenden.

SDA/mb

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