Wirren um Meyer Burger: Chef droht mit Rücktritt

Thun

Die heutige Führung will verhindern, dass der Vertreter eines russischen Grossaktionärs in den Verwaltungsrat gewählt wird.

Wenn Mark Kerekes gewählt würde, dann würde dies die Umsetzung der neuen Strategie von Meyer Burger ernsthaft gefährden, sagte Verwaltungsratspräsident Remo Lütolf an einer Telefonkonferenz.

Wenn Mark Kerekes gewählt würde, dann würde dies die Umsetzung der neuen Strategie von Meyer Burger ernsthaft gefährden, sagte Verwaltungsratspräsident Remo Lütolf an einer Telefonkonferenz.

(Bild: Franziska Rothenbuehler)

Beim Thuner Solarzulieferer Meyer Burger geht es seit Wochen drunter und drüber. Am Sonntag macht die «SonntagsZeitung» publik, dass die Berner Staatsanwaltschaft wegen eines Aktiendeals von Meyer Burger ermittelt. Nun sorgt das Management selbst für Schlagzeilen.

In einer Medienmitteilung teilt das Unternehmen am Montagmorgen mit, dass es seinen Aktionären einen Brief geschickt hat. Der Inhalt des Schreibens: Die Stimmempfehlung des Verwaltungsrates für die ausserordentliche Generalversammlung vom 30. Oktober 2019. Der Verwaltungsrat begründet darin ausführlich, wieso er Mark Kerekes als Vertreter von Sentis Capital nicht in seinen Reihen will. Es werden auch gleich die Konsequenzen benannt, sollte Kerekes es doch ins Gremium schaffen. Hans Brändle, der heutige Geschäftsführer von Meyer Burger, hat in diesem Fall seinen Rücktritt angekündigt.

Unlösbare Interessenskonflikte

Sentis Capital wird kontrolliert vom russischen Milliardär Petr Kondrashev und besitzt rund 8,2 Prozent aller Meyer-Burger-Aktien. Die Investorengruppe führt seit Monaten ein Schattengefecht mit der Führungsriege von Meyer Burger, weil man sich über die Unternehmensstrategie nicht einig ist. Deshalb will Sentis mit Mark Kerekes einen eigenen Vertreter im Gremium haben.

Die Führung von Meyer Burger sieht darin einen Widerspruch zum schweizerischen Aktienrecht, wonach jeder Verwaltungsrat verpflichtet ist, sich allein für die Interessen des Unternehmens und nicht für Partikularinteressen einzusetzen. «Als Verwaltungsratsmitglied von Meyer Burger bekäme Mark Kerekes Zugang zu intimen Informationen der Gesellschaft, was zu unlösbaren Interessenskonflikten führen würde», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Kerekes habe ausserdem in Gesprächen nicht überzeugend darstellen können, dass er im Verwaltungsrat eine konstruktive Zusammenarbeit anstrebe und zu dieser in der Lage sei.

qsc

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