Verlobte von TV-Star (†79) schuldet Kanton Bern 250‘000 Franken

Im Januar 2017 starb der Berner Schauspieler Klaus Wildbolz. Er hinterliess seiner Verlobten ein stattliches Vermögen. Nun ist bekannt, dass auch dem Kanton Bern eine Viertelmillion davon zusteht.

Der Erfolgsproduzent Wolfgang Rademann sagte einmal über Klaus Wildbolz: «Den brauch' ich für die Frauen.» Einen seiner letzten öffentlichen Auftritte hatte er 2014 am Filmfestival Locarno.

Der Erfolgsproduzent Wolfgang Rademann sagte einmal über Klaus Wildbolz: «Den brauch' ich für die Frauen.» Einen seiner letzten öffentlichen Auftritte hatte er 2014 am Filmfestival Locarno. Bild: Keystone

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«Tatort», «Rosamunde Pilcher», «Derrick», «Das Traumschiff», «Der Alte» – es gibt kaum einen Klassiker des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, in dem Klaus Wildbolz nicht mitgespielt hätte. Kultstatus erlangte er als Markus Graf Brauneck in der Sat.1-Telenovela «Der Bergdoktor» und als Moderator der ARD-Quizshow «Schnickschnack».

Im Januar 2017 verstarb der schweizerisch-östereichische Schauspieler im Alter von 79 Jahren an Krebs. Schon damals war klar, dass der Grossteil seines Vermögens an seine 41 Jahre jüngere Verlobte gehen würde. Der österreichischen Zeitung «Kurier» sagte er 2015: «Auch ich werde irgendwann gehen müssen. Und ich möchte sie nicht einfach so zurücklassen.»

Nun ist klar: Das hat er definitiv nicht. Im neuen «Amtsblatt des Kantons Bern» publizierte die kantonale Steuerverwaltung eine Erbschaftssteuerverfügung. Darin fordert die Behörde Wildbolz Verlobte auf, innert 30 Tagen die fälligen Erbschaftssteuern zu begleichen. Diese belaufen sich auf 249‘150.95 Franken. Scheinbar hat die Steuerverwaltung keine Zustelladresse von der Österreicherin. Sie wissen nur, dass sie in Wien wohnhaft ist.

Wurzeln in der Stadt Bern

Wildbolz hatte in seinen letzten Lebensjahren sowohl einen Wohnsitz in Wien als auch in Einigen, einem Ortsteil von Spiez. Zwar wuchs er in Österreich auf, seine Familie entstammt aber einem alteingesessenen Patriziergeschlecht der Stadt Bern. Sein Grossvater Eduard Wildbolz befehligte 1918 während des Landesstreiks als Korpskommandant die Ordnungstruppen in Bern. Sein Vater Georg Wildbolz war Generaldirektor der Wiener Schuhfabrik Bally. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.09.2018, 16:57 Uhr

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