Zum Hauptinhalt springen

Wärmepumpen sollen weniger kosten

Wer mit einer Grundwasser-Wärmepumpe heizt, soll dafür keine Wasserverbrauchszinsen mehr zahlen müssen. So war es mit einer Motion 2010 eigentlich beschlossen worden.

«Der Kanton subventioniert umweltfreundliche Heizungen, kassiert aber bei Wärmepumpen Wasserzinsen. Das ist unverständlich», sagt Markus Grossen, Alt-Grossrat EVP.
«Der Kanton subventioniert umweltfreundliche Heizungen, kassiert aber bei Wärmepumpen Wasserzinsen. Das ist unverständlich», sagt Markus Grossen, Alt-Grossrat EVP.

Als Sofortmassnahme für den Klimaschutz hat der Regierungsrat Mitte Juli die Subventionen für den Ersatz von Ölheizungen kräftig erhöht. Wer die Ölheizung aufgibt und stattdessen in eine Wärmepumpe, eine Holzheizung oder einen Anschluss an ein Wärmenetz investiert, erhält dafür vom Staat neu mindestens 10'000 Franken. Zuvor waren es mindestens 4500 Franken.

Markus Grossen kritisiert nun, dass der Kanton beim Betrieb der Wärmepumpen weiterhin die hohle Hand macht und Wasserverbrauchszinsen in Rechnung stellt. Das laufe dem Klimaschutz zuwider.

Dabei hatte der ehemalige Grossrat der EVP aus Frutigen vor bald zehn Jahren mit einer Motion Erfolg, welche die Abschaffung dieser Wasserverbrauchszinsen verlangte. Mit 104 Ja gegen 27 Nein wurde sein Vorstoss damals angenommen, trotz ablehnender Haltung des Regierungsrats.

Vor vier Jahren aber wurde der klare Motionsentscheid im Rahmen einer Gesetzesrevision im «Dekret über die Wassernutzungsabgaben» rückgängig gemacht. Der Grosse Rat nahm ­seinen eigenen Entscheid im Rahmen einer Sparmassnahme zurück. Dem fraglichen Artikel sei bei der Revision des Dekrets vom Parlament wohl zu wenig Beachtung geschenkt worden, vermutet Grossen, «leider war ich zu dieser Zeit nicht mehr im Grossen Rat».

Seither werden Liegenschaftsbesitzer mit Wärmepumpen wieder zur Kasse gebeten für die Entnahme von Wärme aus dem Grundwasser. Für kleinere Anlagen mit einer Pumpenleistung von bis zu 100 Litern pro Minute sind es 2 Franken pro Liter Pumpleistung. Das bedeutet eine jährliche Pauschale von bis zu 200 Franken.

Bei grösseren Anlagen kommt zu der Pauschale von 1 Franken pro Liter Pumpleistung ein halber Rappen pro bezogenen Kubikmeter Wasser hinzu. Bei grösseren Anlagen muss also auch in eine sogenannte Wasseruhr investiert werden, die den Wasserdurchlauf misst.

«Nicht die feine Art»

Grossen ruft den Regierungsrat in einem Brief dazu auf, die Wasserverbrauchszinsen für Wärmepumpen schnellstmöglich ganz abzuschaffen. Und er will die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Kantons Bern abklären lassen, ob die Regierung überhaupt innert so kurzer Zeit einen parlamentarischen Entscheid wieder zur Debatte bringen durfte. «Sollte das zulässig sein, ist es sicher nicht die feine Art einer Regierung.»

Vor allem aber versteht er nicht, warum man Wasserverbrauchszinsen bezahlen müsse, wenn man gar kein Wasser verbrauche. Mit Wärmepumpen entnehme man dem Wasser zwei bis vier Grad Wärme, gebe es aber wieder ins Erdreich zurück.

Der Regierungsrat hatte auf Grossens Motion allerdings schon vor zehn Jahren entgegnet, dass jede Wärmepumpe, die mit Grundwasser betrieben werde, einen Eingriff in das Grundwassersystem bedeute. Insbesondere könnten Grundwasser und Boden physikalisch, chemisch und bakteriell beeinträchtigt werden.

Regelmässige Kontrollen während des Betriebs seien deshalb unabdingbar. Für diese Kontrollen pochte die Kantonsregierung auf Gebühren. Und es gehe auch darum, die Wärmepumpenbetreiber dafür zu sensibilisieren, dass sie eine Ressource nutzen würden. Auch wenn dies dem ökologisch gewollten Ersatz von Ölheizungen durch Wärmepumpen zuwiderläuft.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch