Werden «Drögeler» bald fichiert?

Die Kantonsregierung will eine Datenbank für Drogenabhängige einrichten. Diese soll ermöglichen, für jeden Süchtigen die richtigen Massnahmen zu ergreifen und ihr Elend zu mindern.

Bessere Übersicht: Werden Schwerstabhängige bald fichiert?

Bessere Übersicht: Werden Schwerstabhängige bald fichiert?

(Bild: Keystone)

Wie Barbara Mühlheim, Leiterin der heroingestützten Behandlung Koda, gegenüber «20 Minuten» mitteilt, verlaufe die Suchthilfe in Bern zu wenig koordiniert.

Dass die Berner Drogenanlaufstelle chronisch überlastet sei, obwohl die Zahl der Süchtigen in der Schweiz rückläufig ist, liege am fehlenden Informationsaustausch zwischen den beteiligten Stellen.

So hätten Untersuchungen gezeigt, dass 60 Prozent der Nutzer von Anlaufstellen gleichzeitig in einer Methadonbehandlung sind.

Datenbank für Schwerstabhängige

Damit es nicht mehr zu solchen Doppelspurigkeiten komme, brauche es ein so genanntets Case-Magagement, meint Mühlheim. Ins gleiche Horn wie die Grossrätin von den Grünen, bläst der Regierungsrat. Er will eine Datenbank aufbauen, in der alle Schwerstabhängigen erfasst sind.

Dank den gespeicherten Angaben könnte man für die Betroffenen die richtigen Kombinationen von Massnahmen anordnen. Dabei sei auch ein Informationsaustausch mit der Polizei vorgesehen.

Barbara Mühlheim weist darauf hin, dass es nicht nur den Segen des Parlaments für diese Datenbank brauche, sondern auch klare Spielregeln. Es müsse klar festgelegt werden, welche Daten für wen zugänglich sind.

js/pd

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt