Zebrastreifen auf Schulwegen sind nicht sicher

Von den 3100 Fussgängerstreifen auf bernischen Kantonsstrassen sind rund 80 Prozent sicher. Handlungsbedarf besteht aber noch bei 500 Zebrastreifen, und das sind ausgerechnet die auf Schulwegen.

Vor allem bei Schulhäusern, wo viele Kinder unterwegs sind, ist Vorsicht geboten.

Vor allem bei Schulhäusern, wo viele Kinder unterwegs sind, ist Vorsicht geboten.

(Bild: Iris Andermatt)

Auf den Kantonsstrassen sind von den 3100 Fussgängerstreifen rund 80 Prozent sicher. Zu diesem Schluss kommt eine am Dienstag publizierte Studie. Diese ortet aber auch Handlungsbedarf - und zwar bei rund 500 Zebrastreifen auf Schulwegen.

Rund die Hälfte dieser Fussgängerstreifen kann nach Angaben der bernischen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) vom Dienstag mit einfachen und kostengünstigen Massnahmen sicherer gemacht werden. Die häufigsten Probleme sind ungenügende Sichtweiten der Autofahrenden, fehlende Beleuchtung oder zu schmale Mittelinseln.

Tendenz der Unfälle sinkend

Der Kanton will die Verbesserungen mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinen an die Hand nehmen. Von den Gemeinden erhofft sich die Regierung tatkräftige Unterstützung.

Aus heutiger Sicht werde es aber dennoch einige Jahre dauern, bis das ungenügende Fünftel der Fussgängerstreifen sicherer gemacht worden sei, heisst es in den Unterlagen zur Medienkonferenz vom Dienstag. Ein korrektes Verhalten der Verkehrsteilnehmer sei zwingend.

Im Jahr 2012 verunfallten im Kanton Bern 109 Personen auf Fussgängerstreifen. Über die letzten 20 Jahre ist die Tendenz dieser Unfälle sinkend. Im Herbst 2012 haben vom Kanton Bern beauftragte Fachleute sämtliche Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen auf ihre Sicherheit überprüft. Dies nachdem es 2011 zu einer Häufung von Unfällen auf Fussgängerstreifen in der ganzen Schweiz gekommen war.

Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass etwa 80 Prozent der Querungshilfen auf Berner Kantonsstrassen baulich als sicher beurteilt werden könnten. Bei den restlichen 675 Streifen, darunter die 500 an Schulwegen, besteht indessen Handlungsbedarf.

650'000 Franken für Zebrastreifen

Die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger zeigte sich laut Mitteilung zufrieden mit dem Ergebnis. Der Anteil an unsicheren Fussgängerstreifen liege deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 50 Prozent.

Die vom Kanton Bern angestossene Überprüfung der Zebrastreifen, die noch nicht ganz abgeschlossen ist, kostete bislang rund 650'000 Franken oder 200 Franken pro Streifen.

In der Gemeinde Köniz wurde Mitte April eine ähnliche Studie präsentiert. Sie kam zum Schluss, dass bei einem Viertel der Zebrastreifen auf Gemeindestrassen Handlungsbedarf besteht.

ame/sda

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