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Kassen im Unterland bleiben leer

Von den 25 Millionen Franken Verkaufserlös für das Ferienheim Fraubrunnen in Schönried sehen die

Das Tempo im Oberland ist zügig: Im Oktober hat das Schweizer Nobel-Internat Le Rosey das Ferienheim Amt Fraubrunnen im Schönrieder Erli für 25 Millionen Franken erworben. Acht der 14 Trägergemeinden stimmten einem Gesamtverkauf zu (wir berichteten). Doch während man bei Le Rosey schon von Baggergeräuschen im 2011 und einer Eröffnung im 2013 träumt, bleiben die Gemeinden im Unterland skeptisch und ihre Kassen vorläufig leer. «Höchst unsicherer Faktor» Über den optimistischen Zeitplan hat Philippe Gudin, Direktor der Privatschule Le Rosey, Ende Februar an der Generalversammlung der Dorforganisation Schönried informiert. Doch der Verkauf wird erst rechtsgültig, wenn Le Rosey über die Baubewilligung verfügt. Diese ist an die Umzonung des Heimareals von einer Ferien- in eine Sonderüberbauungszone gekoppelt. Wie Behördenmitglieder gegenüber dieser Zeitung verlauten liessen, ist in Saanen mit Widerstand dagegen zu rechnen. «Das Geld liegt wohl noch in weiter Ferne», sagt Walter Bandi, Präsident des Vereins Ferienheim Amt Fraubrunnen. Solange keine Baubewilligung vorliege, werde man kein Geld sehen. In Jegenstorf rechnet man mit zwei Jahren, bis es so weit ist. Gemeindeschreiber Richard Holzäpfel: «Raumplanerisch sollte das Geschäft kein Problem sein. Inwiefern es politisch für Wogen sorgt, ist vom Unterländer Schiff aus schwierig zu beurteilen.» Die Umzonung sei aber ein «höchst unsicherer Faktor». Fraubrunnens Tafelsilber Noch pessimistischer kalkuliert Fraubrunnens Gemeinderatspräsidentin Regula Furrer (Forum): Sie rechnet in den nächsten fünf Jahren mit keinem Rappen. Denn sei auf besagter Parzelle in Schönried bis 2016 keine Zone mit Planungspflicht entstanden, werde der Vertrag aufgelöst. «Wir orientieren uns an diesem Termin», so Furrer. Für Fraubrunnen sei dieser Erlös wie das Tafelsilber: «Schön, wenn es kommt, aber vorläufig wird es nicht in den Finanzplan aufgenommen.» Dass Le Rosey bereits Mitte 2011 mit den Baggern auffahren will, hält auch Saanens Gemeindepräsident Aldo Kropf für ein «ambitiöses» Ziel. Baupläne hat er noch keine gesehen, die Gemeinde sei derzeit noch nicht involviert. Die Volksabstimmung über die Umzonung beurteilt Kropf aber optimistisch: «Le Rosey hat sich stark mit den Anwohnern auseinandergesetzt.» Noch ein Jahr wie bisher Die Trägergemeinden dürfen das Heim noch bis Ende März 2011 in dieser Form benutzen. Die Zahlen bestätigen einen kontinuierlichen Rückgang der Nachfrage. 11369 Übernachtungen wurden 2009 verzeichnet. Zum Vergleich: 2008 waren es noch 11712 und 2007 gar 12654 Übernachtungen. 45 Millionen Franken investiert Le Rosey in den neuen Campus. Um diesen finanzieren zu können, verkauft die Privatschule ihre Häuser in Gstaad. Bis 2018 sollte der Kaufpreis von 25 Millionen Franken tranchenweise beim Trägerverein des Ferienheims eingehen. Nach welchem Schlüssel der Erlös verteilt wird und ob sich der Trägerverein danach auflöst oder neu organisiert: Das steht laut Vereinspräsident Walter Bandi alles noch in den Sternen. Vorläufig bleiben die Kassen im Unterland jedenfalls leer.Simone Lippuner>

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