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Kein Park – Künstler Borer will weg

HeimenhausenKünstler Carlo Borer hat seine Pläne fürs Önztäli begraben. Weil er seinen Skulpturenpark nirgends realisieren kann, will er die Gemeinde verlassen und anderswo sein Glück suchen.

Enttäuscht und ausgepumpt ist Künstler Carlo Borer (50). Hoffnungen hat er keine mehr. Sein Grossprojekt in Wanzwil (Gemeinde Heimenhausen) ist gestorben. Einen beachtlichen Skulpturenpark wollte er dort entstehen lassen, mächtige Kunstwerke in den saftigen Wiesen des Önztälis platzieren – wie Findlinge zwischen Kühen, Blumen und Bäumen. «Das war mein Lebenstraum», sagt Borer und schlägt den dicken Bundesordner auf seinem Bürotisch zu. «Jetzt möchte ich nur noch weg von hier, mein Haus verkaufen und anderswo einen Neuanfang machen.» Gemeinde war dafür Zwei Jahre Arbeit hat der renommierte Künstler, dessen Werke in der ganzen Welt zu sehen sind, in den Skulpturenpark investiert. Chancenlos war er mit seinem Vorhaben gewiss nicht. Die Gemeinde Heimenhausen wollte dafür eigens eine Zone für Planungspflicht erlassen und in die neue Ortsplanung aufnehmen. Dieser Aufwand kann sie sich nun sparen (siehe Kasten). Realisieren wollte Carlo Borer sein Kunstprojekt im Önztäli, wo er in einer ehemalige Schnapsbrennerei und Bürstenfabrik wohnt und arbeitet. Ein 10000 Quadratmeter grosses Stück Landwirtschaftsland zwischen der Wangenstrasse und der Abwasserreinigungsanlage hatte er im Visier. An der Strasse wäre ein futuristisches, mit Gras bewachsenes Atelier zu stehen gekommen, dahinter der Skulpturenpark. Lange Zeit hoffte der Künstler, sich mit der Landbesitzerin auf einen Kauf einigen zu können. Ohne Erfolg. Daher speckte er sein Projekt ab und liess den Skulpturenpark zu einem Skulpturengarten schrumpfen. Eine 2000 Quadratmeter grosse Parzelle wäre dafür vonnöten gewesen. Das zweigeschossige, mit Gras bewachsene Atelier hätte ebenfalls Platz gehabt. Landbesitzerin sagt Nein Im Sommer 2010, nach vielen Diskussionen, konnten sich die Parteien offenbar einigen, sogar eine Art Vorvertrag sei unterzeichnet gewesen, sagt Borer. Zwei Monate später folgte der grosse Dämpfer: Die Landbesitzerin, die anonym bleiben will, lehnte Borers Offerte definitiv ab. «Nicht wegen des Geldes», wie sie auf Anfrage der BZ sagt. «Dieses Grundstück ist mit Emotionen verbunden und seit Jahren in Familienbesitz. Deswegen kann ich mich davon nicht trennen.» Für Carlo Borer wars ein herber Rückschlag – aber kein Grund aufzugeben. Nun klopfte er bei einer Erbengemeinschaft an, die ein grosses Stück Landwirtschaftsland im Gebiet Chrump (Wanzwil) besitzt. Diesmal ging es bei den Verhandlungen sogar um 28000 Quadratmeter Land für Skulpturenpark und Atelier. Mit einem der vier Erben konnte Borer einen Vorvertrag abschliessen – doch auch hier führte die Geschichte nicht zum Happy End. «Als Gemeinde und Kanton der Umzonung zustimmten, verlangte die Erbengemeinschaft auf einmal den doppelten Preis.» Borer sucht per Inserat Das war zu viel des Schlechten für den Mann, der seit nunmehr 14 Jahren in Wanzwil wohnt und wirkt. Weil er nächsten Herbst auch noch sein Atelier in Zuchwil räumen muss, plant er jetzt den kompletten Neubeginn. Mit seiner Frau Bettina Borer will er die alte Fabrik verlassen und Wanzwil den Rücken kehren. «Das fällt mir gewiss nicht leicht, aber ich sehe keine andere Möglichkeit mehr», sagt Borer. Ein Inserat hat er schon im Amtsanzeiger erscheinen lassen. «Künstler sucht Raum!», heisst es im Titel. Infrage komme eine alte Fabrik oder ein Bauernhaus im Raum Bern bis Solothurn. Genügend Landanteil muss das Kaufobjekt ganz bestimmt haben. Schliesslich möchte Carlo Borer seinen Lebenstraum doch noch wahr werden lassen und irgendwo in der Region den lang ersehnten Skulpturenpark entstehen lassen. Stefan Schneider www.carloborer.ch>

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