Zum Hauptinhalt springen

«Kein Platz für Wunschbedarf»

Bis 2014 sieht Interlakens Finanzplan Investitionen für 41,5 Millionen Franken vor. Einig waren sich die Gemeindeparlamentarier in dem Punkt, dass da kein Platz für Wunschbedarf bleibt, nicht aber, wo der Wunschbedarf anfängt.

«Mit dem Umfang der Investitionen und ihren Auswirkungen auf den Haushalt der Gemeinde ist der Finanzplan 2010–2014 aussergewöhnlich», sagte Interlakens Finanzvorsteher René Bettoli, als er die aktuellen Zahlen am Dienstag vor dem Grossen Gemeinderat (GGR) erläuterte. 1235 Franken pro Einwohner will die Gemeinde bis 2014 jedes Jahr investieren. Die grössten Brocken sind die Kanalisation und der Verkehr – mit der Höheweg-Sanierung und der Erneuerung von Postplatz und Bahnhofplatz West als prominentesten Teilen des «Crossbow»-Verkehrskonzeptes. «Die Abschreibungen der grossen Investitionen werden die Rechnungen stark belasten», sagte Bettoli. Für ein ausgeglichenes Budget werden bis 2014 jedes Jahr durchschnittlich 800000 Franken fehlen – das entspricht einem knappen Steuerzehntel. Deshalb rechnet der Finanzplan damit, dass die heute noch gut 4 Millionen Franken Eigenkapital in fünf Jahren «bis auf einen mageren Rest» von 30000 Franken aufgebraucht und die Schulden von 15 auf 22,8 Millionen Franken gestiegen sind. Für Interlakens Zukunft Bettoli betonte die vielen Unsicherheiten in der Planung über mehrere Jahre. Ein Lichtblick sei, dass die Rechnungen in den letzten Jahren immer besser abgeschlossen haben als prognostiziert. Dennoch hat der Gemeinderat nur Projekte der ersten und zweiten Priorität in seine Planung aufgenommen. «Für die Zukunft Interlakens ist es wichtig, dass wir die notwendigen Investitionen vornehmen», sagte Bettoli. «Aber für Wunschbedarf bleibt kein Platz.» Gemeindeparlamentarier aller Parteien lobten die übersichtliche Darstellung des Finanzplans, der ihnen zur Kenntnisnahme vorgelegt wurde. Einig war man sich auch, dass sich der GGR in nächster Zeit mit neuen Projekten auf das Wesentliche beschränken müsse. Schönere Ortseingänge Was aber «notwendig» und was nur «Wunschbedarf» ist, dürfte im Einzelfall noch viel zu reden geben. So vermisste Heidi Beutler (SVP) die Verschönerung der Ortseingänge – auch ein «Crossbow»-Thema – in der Investitionsplanung, während Alfred Schenk (SP) und Bernhard Weinekötter (GFL) dazu aufriefen, über all den grossen Projekten die kleinen nicht zu vernachlässigen. Insbesondere sollte das Projekt eines Kinderspielplatzes für das Westquartier, das mit der Sanierung des Schulhausplatzes zusammengelegt worden ist, nicht immer weiter auf die lange Bank geschoben werden. Und Jürg Zumkehr (SVP) schliesslich betonte, dass es keine Steuererhöhung geben dürfe. Sibylle HunzikerÜber die GGR-Kreditbeschlüsse für Bahnhofplatzplanung und Aula-Unterhalt berichtete diese Zeitung gestern Mittwoch. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch