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Kein Privatzoo für exotische Tiere in Niederbipp

NiederbippAm Stockackerweg gibt es keinen Privatzoo: Nach dem Widerstand aus der Bevölkerung hat der Initiant sein Projekt begraben.

Auch dieses Projekt mit überregionaler Ausstrahlung geht an Niederbipp vorbei. Der von Michael Gantenbein, einem 38-jährigen Wildtierpfleger aus Welschenrohr SO, geplante Privatzoo kommt nicht ins Oberaargauer Dorf an der Autobahn. «Der Standort ist gestorben», bestätigte der Initiant gestern auf Anfrage der BZ. Gantenbein zieht damit die Konsequenzen aus dem massiven Widerstand aus der Bipper Bevölkerung. Beinahe 60 Einsprachen waren gegen das Baugesuch eingegangen (wir berichteten). Der Tierpfleger spart dabei nicht mit Kritik an der Gemeinde. «Ich bin in guter Gesellschaft», meinte er mit bitterer Ironie, «zuletzt hat Niederbipp ja jedes Grossprojekt abgeschmettert.» Kein Einzelfall Tatsächlich versuchten in der Vergangenheit gleich mehrere Firmen vergeblich, in Niederbipp etwas Grosses zu realisieren. Jüngste Beispiele sind der Fleischverarbeiter Bell, der Freizeitpark Aquamania oder ein Holzverarbeitungszentrum von österreichischen Investoren. Dass Niederbipp als Standort für Grossprojekte so begehrt ist, kommt nicht von ungefähr. Der 4000-Einwohner-Ort ist zentral gelegen und dank der Autobahn bestens zu erreichen. Gerade deshalb wird das Land langsam knapp. Und da hatte der Privatzoo schlechte Karten: Bauverwaltung und Gemeinderat standen dem Projekt skeptisch gegenüber. Dies insbesondere wegen der 145 Parkplätze und des zu erwartenden Mehrverkehrs. Dies war denn auch die in den Einsprachen am meisten genannten Vorbehalte. Aber auch der Initiant Michael Gantenbein selbst wurde in den Einsprachen als wenig vertrauenswürdig beurteilt. Er ist nämlich kein Unbekannter in der Branche. Bis Ende letzten Jahres hatte er die Siky-Ranch im bern-jurassischen Crémines gepachtet. Diese hat sich einen Namen gemacht mit den einzigen weissen Tigern in der Schweiz. Bei Tierschützern geniesst sie allerdings einen zweifelhaften Ruf; sie kritisieren die zu kleinen Käfige. Im solothurnischen Aedermannsdorf schliesslich hat sich Gantenbein gemäss «Langenthaler Tagblatt» mit der Gemeinde verkracht, weil er ohne Bewilligung ein Zelt aufgestellt hatte. Jetzt ins Ausland? Trotz allem Widerstand verfolgt Michael Gantenbein seinen Traum vom eigenen Zoo weiter. Zurzeit habe er noch keinen neuen Standort gefunden, räumt er ein. Um dann kämpferisch nachzuschieben: «Notfalls gehe ich halt ins Ausland.» Stefan Aerni>

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