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Keine Fusion mit einer Berner Gemeinde

Steinhof bleibt eine Insel im Kanton Bern. Von einer Fusion mit einer Berner Gemeinde will die Solothurner Kantonsregierung nichts wissen. Deshalb hat die Kleinstgemeinde ihre Fusionsanfrage jetzt in Aeschi SO deponiert.

Blumiger Empfang: Gemeindepräsident René Sutter beim Ortseingang von Steinhof. Lange wird das Dorf nicht mehr eigenständig sein.
Blumiger Empfang: Gemeindepräsident René Sutter beim Ortseingang von Steinhof. Lange wird das Dorf nicht mehr eigenständig sein.
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Wer kennt nicht das Dörfchen, vom Walde umsäumt, das still und versonnen am Hügel träumt? Verschont vom Verkehr, der lärmenden Hast, erscheint es wohl einsam – verlassen fast.

In diesen wenigen Zeilen hat der verstorbene Gemeindeschreiber Walter Kocher «sein» Dorf in Worte gefasst. Steinhof ist ein paradiesisches Fleckchen Erde. Ein Kleinod, das zum Kanton Solothurn gehört, aber von Berner Dörfern umschlossen ist. Schön ist es hier, 580 Meter über Meer. Doch die Idylle trügt. Finanziell steht das 146-Seelen-Dorf nämlich kurz vor dem Abgrund. Es besteht Handlungsbedarf.

Das Geld wird knapp

Seit zwei Jahren schliesst die Gemeinderechnung mit roten Zahlen ab, das Eigenkapital beträgt nur noch 200'000 Franken und dürfte in zwei Jahren aufgebraucht sein. «Uns droht ein Liquiditätsengpass», warnt Gemeindepräsident René Sutter.

Zugespitzt hat sich die Situation in den letzten drei Jahren: «Seit die Bildungskosten in den Schulgemeinden der Region nicht mehr pro Kind, sondern pro Einwohner abgerechnet werden, ist die Belastung für unser Dorf überproportional angestiegen», klagt Sutter. Die Mehrkosten würden jährlich 80'000 Franken ausmachen. «Das ist verheerend.»

Was tun? Eine Fusion haben die Steinhöfer in der Vergangenheit nicht unbedingt angestrebt – doch nun scheint dieser Schritt unausweichlich. Vor wenigen Tagen hat Gemeindepräsident René Sutter bei der Gemeinde Aeschi SO eine offizielle Fusionsanfrage deponiert, erste Gespräche haben bereits stattgefunden. Differenzen gebe es vor allem bei den Finanzen, sagt Sutter. «In Steinhof ist die Steuerbelastung höher, und es besteht Investitionsbedarf. Aeschi möchte wegen der Fusion aber nicht die Steuern erhöhen.»

Warum nicht nach Buchsi?

Eine andere Variante wäre der Anschluss an den Kanton Bern. Immerhin nehmen die Steinhöfer tagtäglich im nahen Herzogenbuchsee den Zug, erledigen dort ihre Einkäufe oder besuchen die «Badi». Konkret habe man im Nachbarkanton zwar nie eine Fusionsanfrage deponiert, «im Gemeinderat wurde ein solcher Schritt aber schon geprüft», gibt René Sutter zu.

Solothurn stellt sich quer

Das kleine Steinhof als Teil des Kantons Bern? Das kommt für den Kanton Solothurn nicht in Frage. «Einen Zusammenschluss mit einer ausserkantonalen Gemeinde lehnt die Regierung ganz klar ab», betont André Grolimund, Vorsteher des kantonalen Amtes für Gemeinden. «Ein solcher Schritt könnte Signalwirkung für andere Gemeinden haben und den Kanton wegen seiner geografischen Besonderheit gefährden.»

René Sutter nimmt diese Worte «mit Überraschung» zur Kenntnis, wie er sagt. «Wenn wir für die Solothurner so wichtig sind, dann erwarte ich jetzt auch eine angemessene finanzielle Unterstützung, damit das Fusionsprojekt mit Aeschi zu Stande kommt.»

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