Zum Hauptinhalt springen

Knaller, Rauch und ein brennendes Auto

LangnauDie Leute an der Hinterdorfstrasse 16, 16a und 18 hatten Glück im Unglück: Das Feuer in der Einstellhalle hinterliess ausser einem abgebrannten Auto kaum Schaden.

Es knallte einmal, zweimal – und spätestens jetzt wusste Walter Beer, dass nicht die Eishockeyfans, die zum Derby der SCL Tigers gegen den SCB angereist waren, den Lärm zu verantworten hatten. Schnurstracks verliess er die Wohnung, um nachzusehen, was los war – und merkte schon im Gang, dass es in der Tiefgarage brennen musste. Rauch schlug ihm entgegen, und dieser wurde, wie er die Treppe hinunterstieg, immer dichter. Ins Magazin evakuiert Trotzdem hatten die Leute in den drei Mehrfamilienhäusern an der Hinterdorfstrasse 16, 16a und 18 in Langnau grosses Glück, als am Donnerstag gegen 19 Uhr in der gemeinsamen Einstellhalle ein Auto zu brennen begann (siehe auch Freitagausgabe). Erstens weil zu der Zeit auf den Feldern in der Nähe niemand sonst parkiert hatte und das Feuer deshalb nicht auf andere Fahrzeuge übergreifen konnte. Zweitens weil der Wagen gleich neben der Garageneinfahrt stand und es nur schon viel brachte, das grosse Tor zu öffnen; «zeitweise», erzählt Beer weiter, «war der Rauch im Quartier fast dichter als drinnen im Haus». Schliesslich drittens weil die Feuerwehr schnell zur Stelle war und den Brand ebenso schnell unter Kontrolle hatte. Weiterer Schaden konnte so kaum entstehen. Die Bewohner der drei Gebäude, die an diesem Abend zu Hause waren, mussten dennoch ihre Wohnung verlassen. Vorsorglich, wie Feuerwehrkommandant Stefan Rüfenacht sagt, denn zu Beginn konnte ja niemand abschätzen, wie die Sache ausgehen sollte. Und ob der Rauch, der von der Garage her die drei Treppenhäuser emporkroch, nicht plötzlich zu dicht werden und den Mietern im Fall der Fälle den Fluchtweg abschneiden würde. So gings für rund anderthalb Stunden ins nahe Feuerwehrmagazin, wo die 15- bis 20-köpfige Schar bei Tee, Kaffee und etwas zu knabbern wartete. «Wir sind sehr gut betreut worden», hält Beer im Rückblick auf diesen unverhofften Höck mit den Leuten aus seiner Siedlung fest. Den Russ abgewaschen Auch sonst traf die Feuerwehr vorbeugende Massnahmen. Kein Wunder, nach dem verheerenden Einstellhallenbrand im solothurnischen Gretzenbach vor sechs Jahren, der eine Decke zum Einsturz gebracht und sieben Feuerwehrleuten das Leben gekostet hatte. Die Langnauer forderten gleich die Unterstützung der Berufsfeuerwehr Bern an, und auch als das Feuer gelöscht war, mahnten sie weiter zur Vorsicht. Insbesondere mit Blick auf die Tragkonstruktion, die auf den ersten Blick zwar unbeschädigt schien, der eben aber allzu viel Hitze arg zusetzen kann. Die Decke wurde daher sofort mit provisorischen Stützen gesichert. So bleibt die Tiefgarage weiterhin ohne Risiko benutzbar. Ein Fachmann wird nun in den nächsten Tagen abklären, ob die Statik tatsächlich nicht in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Auch die anderen Autos in der Tiefgarage scheinen den Zwischenfall heil überstanden zu haben. Entsprechend eifrig waren ihre Halter an Heiligabend mit Auslüften beschäftigt – und vor allem damit, die grauen Russschleier, der sich über alles gelegt hatte, von den Karosserien zu waschen. Stephan Künzi >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch