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Komplizierte Marktöffnung

Die Ara Thunersee stösst an ihre Effizienz-Grenzen. Und: Das Aushandeln der Strom-Abnahmeverträge ist kompliziert.

Die Ara Thunersee arbeitet effizient: «Trotz teuerungsbedingten Mehrkosten steigen die Nettobetriebskosten im kommenden Jahr um lediglich 0,66 Prozent oder 36500 Franken», schreibt das Unternehmen nach der Delegiertenversammlung vom letzten Mittwochabend. Aber: Langsam kommen die Grenzen dieser Effizienz in Sichtweite. Die Einnahmen können kaum mehr gesteigert werden, während die Betriebskosten weiter wachsen. So könne der budgetierte Anstieg der Betriebskosten um 35900 Franken auf 7,7 Millionen Franken im nächsten Jahr nicht mehr durch Zusatzerträge abgefedert werden. Die geplanten Investitionen von zwei Millionen Franken lägen derweil unter dem langjährigen Durchschnitt. Öffnung mit Problemen Kopfzerbrechen bereitet den Ara-Verantwortlichen derweil der Übergang vom heutigen Stromverkauf zur sogenannten kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Ziel ist laut Hans Boss, Präsident des Ara-Verbandes, den Status quo zu erhalten. «Wir produzieren und geben praktisch gleich viel Strom ins Netz ab, wie wir beziehen», sagt er. Als Folge der Öffnung des Strommarktes muss die Ara nun mit der Netzbetreibergesellschaft Swissgrid neue Abnahmeverträge aushandeln. «Obschon wir einen gültigen Aufnahmeentscheid haben, sind jetzt Schwierigkeiten aufgetaucht», erklärt Boss. So soll etwa ein Motor eines der Blockheizkraftwerke in der Ara die Vorgaben von Swissgrid nicht erfüllen. Dennoch gibt sich Boss zuversichtlich: «Ich bin überzeugt, dass wir eine Lösung finden und wie bisher unseren Strom ins Netz abgeben können.» Produziert wird dieser Strom in der Ara in Heimberg in drei Blockheizkraftwerken. In diesen wird das Klärgas, das bei der Vergärung des Klärschlamms entsteht, CO2-neutral und damit umweltfreundlich zu Strom und Wärme umgewandelt. Mit der Wärme werden das Sportzentrum und verschiedene Liegenschaften der Gemeinde Heimberg geheizt. Mehr Energie produziert Letztes Jahr konnte mehr Energie produziert werden, weil die Ara Abfallprodukte von der Cremo in Steffisburg gratis abnehmen konnte. «Diese Abfälle erhalten wir jedoch bald nicht mehr, da die Cremo sie anderweitig verkaufen kann», weiss Hans Boss. Das hat zur Folge, dass künftig wieder etwas weniger Strom und Wärme produziert wird. Dies, obschon die Belüftungsbecken revidiert wurden, und ein neues Verfahren der Prozessabwasserreinigung eingeführt wurde, was eine Reduktion des Strombedarfs zur Folge hat. Die ARA Thunersee reinigt das Abwasser von rund 114000 Einwohnern. Trotz Mehrkosten müssen die 37 Verbandsgemeinden «nur» rund 5,5 Mio. Franken oder 50 Franken pro Einwohner für die Abwasserreinigung bezahlen. pd/maz >

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