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Kunst abstrakt bis zauberhaft

Zum Jahresende blickt das Kunstmuseum Thun traditionsgemäss nochmals zurück und lässt 27 Künstler eine Auswahl ihres aktuellen Wirkens zeigen. Heute Abend findet die Vernissage zu «Hofstettenstrasse 2009» statt.

Es muss nicht immer Picasso sein – schon gar nicht dann, wenn das Kunstmuseum Thun zu seiner alljährlichen Werkrundschau lädt. «62 Künstler haben bei uns Dossiers eingereicht, deren 27 sind nun bei ‹Hofstettenstrasse 2009› mit von der Partie», sagte Museumsdirektorin Helen Hirsch gestern anlässlich der Medienorientierung. Verantwortlich für die Auswahl zeichnete eine fünfköpfige Jury, bestehend aus regionalen sowie auswärtigen Künstlern und Kunstfachpersonen sowie Helen Hirsch. Das künstlerische Spektrum der aktuellen Ausstellung ist überaus breit und reicht von Fotos über Bilder bis hin zu Installationen oder Performancewerken. Letzterer Kategorie widmet sich die 34-jährige Olivia Notaro. Vor Ort im Kunstmuseum verändert sie ein bestehendes Gemälde aus den 1850er-Jahren, indem sie der porträtierten Frau eine Blume in die Hand malt. «Die Person hat eine starke Präsenz und ‹überwachte› mich in meinem Atelier. Ich schenke ihr eine Blume, um mich ihr anzunähern», erklärte Notaro. Ihr kann fortan jeweils Dienstag bis Freitag bei der Arbeit zugesehen werden. Die Performance von Andreas Egli und seinem Bruder Christian ist zwar schon vorbei, das Resultat ist aber immer noch sichtbar. Im laufenden Jahr haben die beiden fünf Schweineherzen tätowiert und danach in Formalin eingelegt. «Es sind Erinnerungen aus unserer Kindheit, die wir durch die Tattoos und die Säure doppelt konserviert haben», sagte Andreas Egli, der Schweineherzen wählte, da diese mit jenen des Menschen zu 96 Prozent identisch sein sollen. Venedigs Magie erlebt Gleichzeitig zauberhaft und doch apokalyptisch-bedrohlich wirkt die Arbeit von Dan Reusser. Während zweier Monate hat der 39-Jährige in Venedig gelebt, einer Stadt, die ihn fasziniert. Reusser kaufte Fotos der Stadt, die er dann nach seinen Vorstellungen veränderte. «Einerseits wollte ich damit die aussergewöhnlichen Naturphänomene Venedigs zeigen, andererseits die stetige Bedrohung, die vom Wasser ausgeht», so Reusser, der in der italienischen Küstenstadt den «kulturellen Bauchnabel der Welt» sieht. Ateliers heute geöffnet Heute Abend um 17 Uhr lädt das Kunstmuseum nun zur Vernissage von «Hofstettenstrasse 2009» und im gleichen Zug zu jener der Ausstellung «Konstellationen», die sich im Projektraum enter befindet (siehe Kasten). Begleitend zum Startschuss der letzten Ausstellungsreihe des Jahres, öffnen heute und morgen jeweils zwischen 12 und 16 Uhr Künstlerinnen und Künstler aus Thun und der Region ihre Ateliertüren. Beim Projekt «Open Ateliers», das fortan im Zweijahresrhythmus stattfinden soll, nehmen heuer 32 Kunstschaffende teil. Ziel ist es, der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, Kunstwerke dort zu sehen, wo sie effektiv entstehen. Die zwei jetzt gestarteten Ausstellungen dauern noch bis zum 17.Januar 2010. Ebenfalls in der ersten Januarhälfte lädt das Kunstmuseum zu weiteren Veranstaltungen, so etwa zu zwei öffentlichen Führungen am 6.Januar mit Petra Giezendanner und am 17.Januar mit Daniela Keiser und Helen Hirsch sowie zu einem Künstlergespräch mit Reto Leibundgut am 10.Januar. Gabriel Berger •www.kunstmuseumthun.ch (Unter dem Menüpunkt «Veranstaltungen» sind die beteiligten Künstler und Adressen von «Open Ateliers» zu finden.)>

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