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Kunstschnee rettet das Skivergnügen

berner OberlandMöglich macht den Ski-Spass zur Zeit nur der Kunstschnee. Er wird in fast allen Wintersportgebieten eingesetzt. Die meisten Verantwortlichen sind mit der Saison bis jetzt zufrieden – und hoffen, dass der Winter zurückkehrt.

Im Unterland ist es teils so warm, dass man meinen könnte, der Frühling stehe vor der Tür. In den Bergen schmilzt der Schnee von den Pisten weg – alle Schneesportgebiete sind darum zur Zeit auf künstlichen Schnee angewiesen. Nach den warmen Temperaturen der vergangenen Tage soll im Verlauf der Woche jedoch der Winter zurückkehren. Pistenverantwortliche und Bergbahnmitarbeiter freuts, wie eine Umfrage in den Gebieten zeigt. «Dank der Nordlage beeinträchtigt uns die warme Föhnlage praktisch nicht», sagt Anton Schmid. Er ist Pistenchef der Adelbodner Tschentenbahnen AG und zufrieden mit der aktuellen Situation: «Beschneien mussten wir nur im unteren Drittel. Trotzdem haben wir im Vergleich zum Vorjahr weniger Schnee, den wir für die Pisten regelmässig zusammenkratzen müssen.» So sei der Aufwand zur Zeit sicher grösser als im vergangenen Winter. Da das Hauptgeschäft mit der Sportwoche im Februar noch bevorstehe, hofft Anton Schmid wie viele andere für das kommende Wochenende auf Naturschnee. «Unsere Pisten sind gut befahrbar, vor allem die blauen markierten werden von den Gästen sehr gerühmt», sagt Erika Trachsel der Bergbahnen Engstligenalp AG. Nur eine einzige Piste wird gemäss Trachsel auf der Engstligenalp beschneit: «Wir profitieren von der hohen Lage und müssen darum kaum beschneien. Können die Skilifte in tieferen Lagen nicht betrieben werden, profitieren wir hier oben davon.» Dies sei in letzter Zeit der Fall gewesen. Habe es im Flachland geregnet, so habe man auf der Engstligenalp im Gegenzug vom Schneefall profitiert. Grünes Licht auch aus dem Gebiet Adelboden-Silleren-Hahnenmoos-Chuenisbärgli: Dort sind zur Zeit gemäss Winter-sportbericht von Adelboden Tourismus alle Anlagen geöffnet. Schnee liegt zwar auch in den Skigebieten der Jungfrau-Region. Doch viele Pisten wären nicht befahrbar, wäre nicht der Kunstschnee. So gelangen Wintersportler auf beschneiten Talpisten bis nach Grindelwald, Wengen oder Mürren. Dort, wo die Pisten beschneit werden, sind die Verhältnisse frühlingshaft: Morgens beinhart, ab dem Mittag Fahren auf Sulz. Die Geräusche, welche die Kanten im nassen Schnee verursachen machen es deutlich. Ein immer wiederkehrendes «sch... sch... sch...». Schlittler müssen auf den beliebten Schlittelweg aufs Faulhorn noch etwas warten. Die Situation am beliebten Aussichtsberg: zu wenig Schnee. «2 von 4 Liften haben offen» Auch prekär ist die Situation am Wiriehorn: «Wir haben dringend Schnee nötig», sagt Marina Schmoll, Mitarbeiterin der Wiriehornbahnen AG. Am Wiriehorn im Diemtigtal sind zur Zeit zwei von vier Liften in Betrieb, nämlich der Sessellift und der Röstenschwend-Lift. «Auf dem Kunstschnee sind unsere Pisten noch befahrbar, daneben ists jedoch grün», sagt Schmoll. Gar nicht befahrbar ist zur Zeit der Schlittelweg. Die warmen Temperaturen hätten auch die er-neute künstliche Beschneiung verhindert, so Schmoll: «Dies war das letzte Mal im Dezember möglich.» Zufriedenheit demgegenüber auf der Elsigenalp. Von 29 Kilometern seien 28 offen, sagt Daniel Trachsel, Betriebsleiter der Skiregion Elsigen-Metsch. Aber ohne Kunstschnee wäre auch im Frutiger Skigebiet nicht viel los. Das Skigebiet erfreut sich aber guter Zahlen. Es profitiert von der prekären Lage in den tieferen Lagen, wo die kleinen Skigebiete auf Schnee hoffen. «70 Prozent befahrbar» «Am Wochenende sollen die Temperaturen wieder fallen. Dies ist nötig», sagt auch Armon Cantieni, Direktor der Bergbahnen Destination Gstaad AG. Zur Zeit sei etwa 70 Prozent des Skigebiets der Gstaad Mountain Rides befahrbar, dies vor allem dank künstlicher Beschneiung. Dazu gehören, so Cantieni, die Pisten im Gebiet Saanersloch, Horneggli und Hornberg, Eggli-La Videmanette und Zweisimmen-Rinderberg. «In den letzten beiden Gebieten sind auch die Talpisten dank der künstlichen Beschneiung gut befahrbar», sagt der Direktor der Gstaader Bergbahnen. Geschlossen sind zur Zeit hingegen die Gebiete Chaltebrunne, St.Stephan und Rellerli. Armon Cantieni hofft, dass es bald richtig schneien wird, damit auch im Unterland wieder winterliche Verhältnisse einkehren. «Herrschen im Flachland frühlingshafte Verhältnisse, kommen weniger Leute in die Berge.» Trotzdem wollen die Gstaader Bergbahnen nachschneien, sobald es die Temperaturen erlauben. Cantieni erklärt: «Zur Zeit ist es für die künstliche Beschneiung noch etwas zu warm, aber dank dem Wetterumschwung, der für kommendes Wochenende prognostiziert ist, ist dies bald wieder möglich.» Man arbeite gut im Skigebiet, auch am letzten Wochenende seien viele Gäste in die Region gekommen, sagt Cantieni. Klar sei jedoch auch, dass das Geschäft nicht so gut laufe wie letztes Jahr, da vor allem unter der Woche das Wetter oft schlecht und zu warm war. «Wir hatten in der letzten Woche im Vergleich zur gleichen Zeitspanne 2010 etwa 30 Prozent weniger Besucher», so Cantieni. «Saison läuft bis jetzt gut» «Die kleineren Naturschneepisten im Gebiet Metsch-Bühlberg sind geschlossen, jene mit Kunstschnee offen», sagt Nicolas Vauclair, Geschäftsführer der Bergbahnen Lenk. Am Betelberg seien alle Pisten im oberen Beriech offen, allerdings sei der Naturschnee sulzig, sagt Vauclair, jedoch seien die Pisten durchaus befahrbar. Der Geschäftsführer fügt an: «Bis jetzt ist die Saison gut gelaufen. Zwar nicht so gut wie der Rekordwinter 2008/2009, jedoch besser als im letzten Winter.» Die Saison sei ja aber noch längst nicht vorbei und darum warte man sehnlichst auf den Naturschnee. Ebenfalls zufrieden ist man bei den Bergbahnen Meiringen-Hasliberg. Laut dem Direktoren Hans Beeri liegen auf 2500 Metern noch gut 70 Zentimeter Schnee. Auf 1800 Metern sind es noch deren 60. Nicht viel, für die Jahreszeit. Ohne Kunstschnee würde auch am Hasliberg nicht viel laufen. Beeri verweist auf die derzeitige Wetterlage. So kühle es im Talboden stärker als in der Höhe ab. Deshalb habe man auch mit beschneien aufhören müssen. Die Talabfahrt nach Reuti sei zu, weil man sie bis zum Wärmeeinbruch nur bis zur Hälfte habe beschneien können, sagt Direktor Hans Beeri abschliessend. Daniel Fuchs, Sarah McGrath-Fogal>

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