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Kurzsichtig

katharina merkle

Selten war man sich so einig. Die Regierung, der Grosse Rat, zehn Gemeinden, Hunderte von Anwohnern, mehrere Organisationen ziehen seit Jahren an einem Strick: Sie verlangen, die BKW solle die geplante Hochspannungsleitung zwischen Mühleberg und Wattenwil in den Boden verlegen. Für sie ist der Entscheid des Bundesamts für Energie (BFE) ein Schlag ins Gesicht. Denn nun sollen 90 Prozent der 33 Kilometer langen Leitung oberirdisch verlaufen. Der Kanton Bern ist Hauptaktionär der BKW. Der Regierung ist es dennoch nicht gelungen, sich durchzusetzen. Durchgesetzt haben sich vielmehr die sehr kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen: Weil die BKW nun bloss 3,3 Kilometer in den Boden verlegen muss, spart der Stromkonzern viel Geld. Schätzungen gehen davon aus, dass eine Erdverlegung sechsmal mehr kostet als eine Freileitung. Den Steuerzahler kommen die bis 90 Meter hohen Strommasten aber viel teurer zu stehen. Denn unter Hochspannungsleitungen kommt die Entwicklung zum Erliegen, wie das Beispiel Rümligen beweist. Die Gemeinde könnte bis 2025 um 4 Prozent wachsen. Wegen der bestehenden Leitung ist die beste Lage jedoch seit Jahrzehnten für Neubauten blockiert. Rümligen hat dank der Erdverlegung nun gute Chancen auf ein Ende der unfreiwilligen Stagnation. Es ist daher zwingend, dass die BKW-Hochspannungsleitung doch noch gebodigt wird. Entsprechender Widerstand wurde gestern angekündigt. katharina.merkle@bernerzeitung.ch >

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