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Ladenfläche wächst unaufhaltsam

Die Ladenfläche im

Flächenmässig ist der Schweizer Lebensmittel-Detailhandel auf Expansionskurs: In den vergangenen 30 Jahren nahm die Verkaufsfläche um 68 Prozent zu, während die Wohnbevölkerung nur um 23 Prozent anstieg (siehe Grafik). Betrachtet man nur die vergangenen 20 Jahre, fällt vor allem die starke Expansion von Coop und Migros auf: Von 1990 bis 2009 verdoppelten die beiden Grossverteiler laut dem Marktforschungsinstitut GfK Schweiz ihre Verkaufsflächen. So ist die Ladenfläche der Migros seit 1990 von 754000 Quadratmeter auf 1599000 Quadratmeter gewachsen. Das Wachstum kam auch durch Übernahmen zustande: So kaufte die Migros-Gruppe in dieser Zeitspanne den Discounter Denner und die Warenhauskette Globus dazu. Coop kaufte zu Die Ladenfläche bei Coop stieg in der gleichen Zeitspanne von 736000 Quadratmeter im Jahr 1990 auf 1 719000 Quadratmeter im Jahr 2009. Coop-Mediensprecher Nicolas Schmied begründet das Wachstum unter anderem mit Übernahmen von Coop: So kaufte der Detailhändler die Carrefour-Filialen, Waro und EPA. Das Flächenwachstum im Lebensmittelgeschäft sei aber wesentlich stärker ausgefallen als im Non-Food-Bereich. Einen weiteren Grund für das Wachstum sieht Schmied in der Bevölkerungszunahme. Von 1990 bis 2010 nahm die Schweizer Bevölkerung um über 1 Million Einwohner von 6,7 Millionen auf 7,8 Millionen zu. Denner will zulegen Das Wachstum der Verkaufsfläche im Lebensmittel-Detailhandel wird in Zukunft anhalten: Die Migros will weiterwachsen. «Die Strategie eines gesunden Wachstums soll auch in den nächsten Jahren weiterverfolgt werden», betont Migros-Sprecherin Monika Weibel. «In den kommenden drei Jahren will die Migros in der Schweiz insgesamt rund fünf Milliarden Franken investieren. Davon soll auch eine beachtliche Summe in die Stärkung der lokalen Präsenz fliessen», sagt Weibel. Auch die Migros-Tochter Denner will expandieren: So sagte Denner-Chef Peter Bamert vergangene Woche gegenüber der «Handelszeitung»: «Wir wollen langfristig ein dichteres Filialnetz anbieten und mehr Läden betreiben als Coop.» Denner führt schweizweit 752 Filialen, Coop 820 Supermärkte. Potenzial ist immer da Auch bei Coop stehen die Zeichen auf Wachstum: Coop-Sprecher Schmied glaubt indes, dass das Verkaufsflächenwachstum im Zeitraum 2010 bis 2030 tiefer liegen wird als zwischen 1990 und 2010: «Seit Jahren findet ein Verdrängungswettbewerb statt. Durch die demografische Entwicklung, Veränderungen der Mobilität und der Regionalplanung gibt es aber immer Potenzial für neue Verkaufsflächen», so Schmied. Mehr Ware, mehr Umsatz Thomas Rudolph, Professor an der Universität St.Gallen, führt die anhaltende Expansion der Grossverteiler darauf zurück, dass sie mit mehr Läden auch mehr Kunden erreichen können: «Zudem erzielt ein Detailhändler mit einem breiteren Sortiment auch mehr Umsatz. Und die Konsumenten wollen mehr Platz und Bequemlichkeit beim Einkaufen», sagt Rudolph. Das Kauferlebnis werde immer wichtiger. Lidl und Aldi expandieren Rudolph ist überzeugt, dass der Markteintritt von Aldi und Lidl, die seit vielen Jahren Europameister in Sachen Discount sind, den Schweizer Detailhandel nachhaltig verändern: «Die Discounter sind global tätig, erfolgreich und äusserst finanzstark. Sie haben in der Schweiz Terrain gewonnen.» Er geht davon aus, dass Lidl und Aldi weiter wachsen werden. Der Konkurrenzkampf unter den Grossverteilern und den Discountern werde nicht nachlassen. «Heute gibt es schweizweit mehr als 100 Aldi-Verkaufsstellen. Bis in zwei Jahren werden es um die 200 Aldi-Filialen sein», sagt der Detailhandelsexperte. Der Verdrängungskampf geht weiter: «Für Migros und Coop werden die Zeiten nicht einfacher», sagt Rudolph. Denn langfristig sei der Preiskampf gegen die Discounter kaum zu gewinnen. Rudolph schätzt bis in 4 Jahren einen Marktanteil der Discounter von bis zu 8 Prozent. Vorteile der Discounter Einen Grund für die rasche Verbreitung der Discounter liegt in den «Discounter-freundlichen» Raumplanungsgesetzen: Aldi und Lidl haben Filialgrössen von unter 1000 Quadratmetern. Das heisst, ihre Baubewilligungen werden rascher gesprochen als bei grösseren Filialen, wo die Vergabe einer Bewilligung bis 20 Jahre dauern kann. Dies gilt auch für die Parkplätze. Migros und Coop kommen wegen des Preiskampfs nicht darum herum, ihre Effizienz zu verbessern und die Kosten zu senken. «Ich gehe davon aus, dass die Grossverteiler auch das eine oder andere Ausbauprojekt aus Kostensicht nochmals überprüfen werden», sagt Rudolph. Rahel Guggisberg >

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