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Legitime Neuauflage

Adrian Zurbriggen

Wenn im November 2011 die Bernerinnen und Berner über die Schaffung einer Hüttendorfzone abstimmen, wird es 15 Jahre her sein, seit eine solche Zone an der Urne abgelehnt wurde. Nach so langer Zeit ist eine Neuauflage absolut legitim. Dies umso mehr, als in der Zwischenzeit offenbar wurde, dass sich die Probleme mit den nomadisierenden Wohnwagengruppen nicht so einfach aus der Welt schaffen lassen: In den letzten Jahren hielten «Stadttauben» und «Stadtnomaden» mit ihrem Katz-und-Maus-Spiel städtische Amtsstellen, kantonale Behörden und private Grundbesitzer über Gebühr auf Trab. So nahmen im Herbst 2008 an einem runden Tisch zum Thema zwei Gemeinderäte und zehn (!) Spitzenbeamte aus allen fünf Direktionen der Stadt teil, dazu Vertreter von Kanton, Stadtbauten, EWB, Polizei, Hauseigentümerverband, Burgergemeinde und die damalige Regierungsstatthalterin. Das zwanzigköpfige Gremium erarbeitete zwar eine Lösung – aber nur eine auf Zeit und eine, die bloss halbbatzig funktioniert. Dies auch darum, weil es rechtlich kaum griffige Möglichkeiten für betroffene Grundbesitzer gibt. Wohnwagengruppen auf einer eigens dafür geschaffenen Zone – das mag ein unschönes Sonderrecht für eine kleine Minderheit sein. Aber es ist wohl die einzige Möglichkeit, die Situation langfristig zu entspannen. Der Knackpunkt steht aber noch an: Ebenso wichtig wie knifflig wird nun die Wahl des Standorts sein. Da gibt es viele Interessen unter einen Hut zu bringen: Die Wohnwagengruppen müssen dort leben wollen; Nachbarn sollten daneben ungestört weiterleben können – und der grosse Rest der Bevölkerung muss den Standort zumindest akzeptieren. Ein idyllisches Plätzchen an ruhiger Aare-Lage kommt daher eher weniger in Frage. adrian.zurbriggen@bernerzeitung.ch>

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