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Lemaitre schreibt Geschichte

Christophe Lemaitre gewinnt als erster Weisser seit 1982 Gold im Sprint, Martina Strähl läuft überraschend auf Rang 11.

Schwarz oder Weiss? Im 100-Meter-Sprint der Männer stellt sich diese Frage selbst an Europameisterschaften selten. Zu Beginn des Jahrtausends prägte Francis Obikwelu die Szene; vor dem Portugiesen nigerianischer Herkunft hatte der auf Jamaika geborene Brite Linford Christie das Geschehen ein Jahrzehnt lang dominiert. Gestern trat der Franzose Christophe Lemaitre die Nachfolge des für die einstige DDR angetretenen Frank Emmelmann an, welcher sich vor 28 Jahren in Athen als letzter Weisser den EM-Titel erlaufen hatte. Lemaitre, der Anfang Juli als erster Weisser überhaupt die 10-Sekunden-Schallmauer durchbrochen hatte, benötigte für die Gerade 10,11 Sekunden; der 20-jährige Schlaks aus Annecy vermochte den Briten Mark Lewis-Francis und seinen zeitgleichen Landsmann Martial Mbandjock um sieben Hundertstel zu distanzieren. Der schüchtern wirkende Elektrotechnikstudent steht vor einer viel versprechenden Zukunft. Er ist erst seit fünf Jahren Sprinter, mit 1,88 m sehr gross gewachsen, vermag Ratschläge sehr schnell umzusetzen und ist ein Wettkampf-Typ. Sein Trainer Pierre Carraz hält in diesem Jahr gar 9,92 für möglich. Über 10000 Meter sorgte die für den LV Langenthal startende Solothurnerin Martina Strähl für eine Überraschung. Die 23-jährige Berglaufspezialistin belegte im von der Olympiazweiten Elvan Abeylegesse (Tür) gewonnenen Rennen den ausgezeichneten elften Platz. Heimspiel mit Fragezeichen Für den Seeländer Marc Schneeberger beginnt heute ein ganz spezieller Wettkampf. Die Mutter des 200-Meter-Spezialisten ist Katalanin, die ersten vier Jahre seines Lebens verbrachte er an der Costa Brava, ein Teil seiner Verwandtschaft wird ihn erstmals in Aktion sehen. Den Vorlauf sollte der 29-Jährige problemlos überstehen. Im Halbfinal (19.55 Uhr) bedarf es wohl einer Leistung im Bereich der Saisonbestzeit (20,61), um das grosse Ziel zu erreichen – sich für den Final zu qualifizieren. Ob der Kallnacher zu jenen acht gehören wird, welche morgen um Edelmetall laufen werden, dürfte sich im Kopf entscheiden. Noch ist es ihm an Grossanlässen nie gelungen, locker zu bleiben, sein Potenzial auch nur annähernd auszuschöpfen.mjs/si>

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