Zum Hauptinhalt springen

Lift oder Brücke als Alternative?

ThunEine Querung der Aare neben dem Schloss Schadau – ob per professionell betriebener Fähre, mittels Mobri-Horizontallift oder einer Dreh- oder Teleskopbrücke: Diese drei Varianten stehen als Ersatz des unbefriedigenden privaten Fährbetriebes zur Diskussion.

Zurzeit ist die Fähre bei der Kirche Scherzligen saisonbedingt geschlossen. Doch hinter den Kulissen ist die Diskussion um eine Ersatzlösung seit Jahren ein Thema – unabhängig der Jahreszeit. Denn: Trotz der jeweils angeschriebenen Öffnungszeiten ist der private Fährbetrieb von Lucie Schröder-Furer nicht gewährleistet. Er führt deshalb bei vielen Leuten immer wieder für Ärger und Unzufriedenheit und wird von zahlreichen Touristen, Schülerinnen, Spaziergängern und Velofahrerinnen oft gar nicht mehr berücksichtigt. Das Problem ist, dass eine zuverlässig funktionierende und bedürfnisgerechte Querung als fixe Verbindung der beiden Aareufer in diesem Gebiet fehlt – ob als Schulweg, für die Bevölkerung oder für den Tourismus. Nun rückt eine Verbesserung in Sichtweite: Mittlerweile ist eine neue Querung Scherzligen Teil des Agglomerationsprogrammes mit Priorität A, in welchem der Bypass Thun-Nord das Kernelement bildet, und von daher eines der geplanten Projekte für den Langsamverkehr. Die Federführung liegt deshalb bei der Stadt Thun. Brücke, Mobri oder Fähre? Für eine neue Querung sind inzwischen noch drei Varianten zur Diskussion übrig geblieben: eine bewegliche Brücke, ein auf Schienen fahrender Horizontallift Mobri (mobile Brücke, englisch Mobile Bridge) und eine professionell betriebene Fähre (vgl. Kasten «Varianten»). «Eine Seilbahn ist aus betriebstechnischen und Ortsbildgründen und ein Tunnel aus Kostengründen ungeeignet», sagt der zuständige Projektleiter Beat Hämmerli. Studierende der Berner Fachhochschule Burgdorf hätten die Variante einer beweglichen Brücke geprüft. «Sie favorisieren eine Dreh- oder Teleskopbrücke, deren Realisierung auf rund drei bis vier Millionen Franken geschätzt wird.» Der Systementwickler für ein Mobri, Franz Rüegg von der ACD Engineering AG in Steffisburg, habe inzwischen die Bereiche Energie, Antrieb, Schiffserkennung, Statik, Störungsfälle, Unterhalt und Kosten vertieft bearbeitet. «Die Erstellungskosten werden auf rund zwei bis drei Millionen Franken geschätzt», präzisiert Hämmerli. Ebenfalls geprüft wird ein professioneller Fährbetrieb. «Dieser müsste sich an einem anderen Ort als heute auf öffentlichem Grund befinden und durch die Stadt betrieben werden», erklärt der Projektleiter. «Den vergleichsweise günstigen Erstellungskosten von rund einer Million Franken stehen jedoch höhere Betriebskosten als beim Mobri oder bei Brücken, welche allenfalls vollautomatisch betrieben werden können, gegenüber.» Gibt es Killerkriterien? «Sobald wir über alle noch ausstehenden Antworten zu den drei Varianten verfügen, laden wir die fünfköpfige Arbeitsgruppe Querung Scherzligen zu einem Treffen ein», erläutert Hämmerli das weitere Vorgehen. Dies dürfte im Frühjahr der Fall sein. Offen seien beispielsweise noch weitere Details wie etwa zum vollautomatischen Betrieb des Mobri, sicherheitstechnische Belange für die Schifffahrt oder der Einfluss auf Äschenlaichplätze. Anschliessend würden die drei Varianten den Bewilligungsbehörden und Fachstellen zu einer ersten Beurteilung vorgelegt. Dazu gehörten zum Beispiel das Bundesamt für Verkehr, das kantonale Fischereiinspektorat, die kantonale Denkmalpflege, Versicherungen und die BLS-Schifffahrt. «Ein Thema wird sein, allfällige Killerkriterien für die eine oder andere Variante herauszufinden», sagt Hämmerli. Franziska Streun >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch