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Machtkampf um Feintool

Angebot zur ÜbernahmeInvestor Michael Pieper will beim Lysser Industrieunternehmen Feintool das alleinige Sagen haben. Er fordert damit Firmengründer Fritz Bösch heraus.

Michael Pieper gegen Fritz Bösch. Auf diese beiden Personen lässt sich der gestern lancierte Übernahmekampf beim Lysser Automobilzulieferer Feintool reduzieren. Auf der einen Seite steht der Aargauer Industrielle Michael Pieper, der beim Feinschneideunternehmen aus dem Berner Seeland einen Aktienanteil von 33 Prozent hält und diesen nun auf mindestens 50,1 Prozent erhöhen will. Anders gesagt: Pieper will bei Feintool die Kontrolle übernehmen und fordert damit den anderen grossen Feintool-Aktionär heraus. Dieser steht auf der anderen Seite des Schützengrabens und heisst Fritz Bösch, seines Zeichens Firmengründer und Ehrenpräsident von Feintool. Er hat sich vor zwei Jahren zwar offiziell von der Firmenspitze zurückgezogen, hält aber nach wie vor 30 Prozent der Aktien. Fast gleich viel also wie Michael Pieper. Wie ein Sprecher Piepers sagt, habe sich die Zusammenarbeit der beiden Feintool-Hauptaktionäre aus Piepers Sicht nicht nach Wunsch entwickelt. Daher strebe Letzterer nun klare Mehrheitsverhältnisse und eine effiziente Führung an. Pieper bietet 350 Franken pro Aktie. Verschiedene Analysten bewerten dies als faires Angebot. Kein Wunder, entwickelte sich gestern an der Börse mit dem Feintool-Titel auch ein reger Handel. Die Aktie machte einen Sprung nach oben und schloss bei Fr.349.50, was einem Plus von 11 Prozent entspricht. Bis am 14.März will Pieper die Aktienmehrheit zugesichert haben, das ist eine der Bedingungen für die Übernahme. Heute sind 72 Prozent durch grosse Aktionäre blockiert – oder anders gesagt: Michael Pieper dürfte versuchen, über die 28 Prozent, die im Moment von den Minderheitsaktionären gehalten werden, die Mehrheit zu erlangen. Noch offen ist, ob es sich im vorliegenden Fall um eine feindliche Übernahme handelt. Davon ist dann die Rede, wenn ein Investor gegen den Willen des Managements die Aktienmehrheit erlangt. Der Verwaltungsrat von Feintool hat Piepers Angebot zwar zur Kenntnis genommen, jedoch noch keine Empfehlung abgegeben.phm Seite 12 + 13>

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