Zum Hauptinhalt springen

Maschine zerschellte an Holzstapel

Für drei Insassen endete eine Flugreise in Saanen tödlich. Kurz nach dem Start gab es technische Probleme, nach einem halben

Grauenvolles Ende einer Reise: Gestern Nachmittag um 13 Uhr stürzte in Saanen ein Kleinflugzeug ab (siehe Kasten). Für die drei Insassen kam jede Hilfe zu spät, die Maschine zerschellte bei der Abwasserreinigungsanlage (ARA) am Boden und fing Feuer. «Die drei Insassen kamen ums Leben, Unfallursache und Identität der Toten werden noch abgeklärt», erklärte die Mediensprecherin der Kantonspolizei Ursula Stauffer an der Unfallstelle. Der Absturz wird vom Büro für Flugunfalluntersuchungen abgeklärt, heute sollten erste Ergebnisse vorliegen. Das Büro für Flugunfalluntersuchung ist die unabhängige Behörde zur Untersuchung von Unfällen mit Luftfahrzeugen in der Schweiz. «Die Motoren stotterten» Augenzeugen waren auch Mitarbeiter einer Entsorgungsfirma, die gleich neben der ARA liegt. «Kurz nach dem Start hörte man den Motor stottern, das Flugzeug verlor schnell an Höhe, es beschrieb eine Rechtskurve, und gleich darauf hörte man einen Knall», sagte ein Mitarbeiter gegenüber dieser Zeitung, der lieber anonym bleiben möchte. Der Pilot habe wohl Pech gehabt, denn gleich neben der ARA liege eine grosse Wiese. Offenbar habe der Pilot versucht, dort notzulanden. Doch stattdessen prallte die Maschine in einen grossen Schwemmholzstapel, der gleich neben einem Klärbecken liegt. Nach dem Aufschlag fing das Flugzeug Feuer. Aussichtslose Lage «Wir waren in kurzer Zeit vor Ort, ebenso der Flugplatzchef Ueli Rösti mit Löschgeräten», sagte der Feuerwehrkommandant von Saanen, Christian Brand. Zwei Leute der ARA hätten versucht, die Insassen aus dem brennenden Wrack zu retten, aber das sei aussichtslos gewesen. 15 Feuerwehrleute mit mehreren Fahrzeugen standen im Einsatz. «Wir sahen sofort, dass wir den Insassen nicht mehr helfen konnten», sagte Brand, aber die Todesursache festzustellen, sei grundsätzlich Sache der Ärzte. Es hätte offenbar noch schlimmer kommen können: Noch am Vormittag seien Arbeiter einer Lastwagenfirma an der Absturzstelle beschäftigt gewesen, erklärte der befragte Mitarbeiter. Nicht beschädigt durch den Absturz wurde das Gebäude der ARA. Nur noch ein Wrack blieb Vom Kleinflugzeug, das rund 700 Meter vom Flugplatz abgestürzt war, blieb nur noch ein Wrack übrig. Den zahlreich anwesenden Journalisten von Radio, Fernsehen und Zeitungen bot sich ein Bild des Schreckens. Kunststoff und Metall russgeschwärzt und deformiert, sämtliche Propeller waren abgerissen, ebenso die Tragflächen. Der Motor wurde vom Rumpf der Maschine getrennt. Die Kabine wurde auf- und abgerissen, unvorstellbar, dass ein menschlicher Körper diese Gewalt überlebt hätte – die Insassen hatten keine Chance. Die Bergung der Leiche gestaltete sich offenbar schwierig, vom Eintreffen des Leichenwagens bis hin zum Abtransport vergingen mehrere Stunden. Gaffer am Unfallort Die Nachricht von Unfall machte schnell die Runde, immer wieder tauchte an der Polizeiabsperrung bei den wartenden Journalisten Schaulustige auf, die einen Blick auf das Geschehen werfen wollten. Doch die Polizeiorgane hatten vorgesorgt und schotteten die sterblichen Überreste der Todesopfer durch ein weisses Zelt vor neugierigen Blicken ab. Ganz Neugierige, die auf Umwegen versuchten, näher an das Flugzeugwrack heranzukommen, wurden von Polizeiorganen resolut vom Platz verwiesen. Unfall bereits 2008 Der Betrieb auf dem Flugplatz Saanen wurde bereits wieder um 15.30 Uhr aufgenommen, als die nächste Maschine abhob und mit Dröhnen über die Unfallstelle flog – unfallfrei. Wieder eine Stunde später hob die nächste Maschine ab. Ende Juli 2008 ereignete sich der letzte tödliche Flugunfall in Saanen: Ein Segelflugzeug vom Typ Discus krachte auf ein Beachvolleyballfeld im Schwimmbad Saanen, kaum 100 Meter vom Becken entfernt. Der 76-jährige Pilot war auf der Stelle tot, er erlitt gemäss Abklärungen des Büros für Flugunfalluntersuchungen wahrscheinlich einen Herzinfarkt. Wie durch ein Wunder wurden damals keine Badegäste verletzt. Fritz Lehmann/hsf >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch