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Messerstecher ist verurteilt

Dreieinhalb Jahre Freiheitsentzug für den Mann, der 2007 einen 17-Jährigen mit dem Messer verletzte. So urteilt das Kreisgericht.

Der Angeklagte hat sich von der Urteilsverkündung dispensieren lassen. Deshalb war er nicht anwesend, als ihn Gerichtspräsident Markus Gross im Amthaus in Biel der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen und zu dreieinhalb Jahren Freiheitsentzug verurteilt hat. Die Strafe sei zugunsten einer therapeutischen Behandlung in einer geeigneten Institution aufzuschieben, sagte Gross. Damit folgte das Gericht der Empfehlung des psychiatrischen Gutachtens, welches dem 50-jährigen, alkoholabhängigen Täter eine Persönlichkeitsstörung mit aggressiven und dissozialen Komponenten bescheinigt. «Der Alkoholkonsum und die Persönlichkeitsstörung sind eine nicht ungefährliche Mischung», sagte Gross in seiner Begründung. Gemäss Aussagen des Psychiaters bestehe bei ihm die Gefahr, abermals gewalttätig zu werden. «Und da er nach eigenen Angaben noch immer zwei bis drei Liter Bier täglich konsumiert, kann er seine Alkoholsucht alleine nicht unter Kontrolle halten», so Gross. Mehrmals zugestochen Auch den Tatbestand des Vorsatzes sieht das Gericht als erfüllt an. Der Richter: «Der Angeschuldigte hat gemäss Zeugenaussagen mehrmals mit dem Messer auf das damals 17-jährige Opfer eingestochen. Es war reiner Zufall, dass er nur einmal getroffen hat.» Wer aber mehrmals jemanden mit dem Messer in den Bauch steche, der nehme eine tödliche Verletzung billigend in Kauf. Tags zuvor, bei der Befragung, hatte der Angeklagte erklärt, er könne sich nicht mehr daran erinnern, dass er sein Taschenmesser aus dem Gürtel genommen und zugestochen habe. Doch diese Darstellung des Angeschuldigten erscheint dem Gericht zweifelhaft. Denn die Ereignisse vor und nach der Tat habe er detailliert geschildert, so dass «die Erinnerungslücke nicht hundertprozentig nachvollziehbar ist», so Gross. Das ist geschehen Im November 2007 hatte der betrunkene Täter auf dem Bieler Bahnhofplatz eine Gruppe junger Ausländer verbal provoziert. Es kam zur tätlichen Auseinandersetzung, bei der er einen davon, mit seinem Taschenmesser lebensbedrohlich verletzte: Schnitte in Dünn- und Dickdarm mussten in einer Notoperation genäht werden, damit es laut Gross «nicht zu einer gefährlichen Infektion mit Darmbakterien» kommen konnte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten auch dazu, seinem Opfer eine Genugtuungssumme von 12000 Franken zu bezahlen. bjg >

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