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Mit «Tag am Meer» gestartet

Das Kino Meiringen zeigte zum Auftakt der «Tour de Berne» den preisgekrönten Film «Tag am Meer». Dessen Drehbuchautor und Regisseur, Moritz

Nur etwa 30 Zuschauer konnte Organisatorin Hanna Gubler vom Kino Meiringen am Freitagabend begrüssen. Sie waren gekommen, um den preisgekrönten Film «Tag am Meer» zu sehen und dessen Regisseur und Drehbuchautor Moritz Gerber kennen zu lernen. Dies war zugleich der diesjährige Start des Filmzyklus «Tour de Berne», der Filmreihe, die auch dieses Jahr dem Kinopublikum einen direkten Kontakt zum Regisseur des gezeigten Films ermöglichen soll. Wie der «Tag» entstand Regisseur Moritz Gerber (33) aus Zürich erzählte, wie sein Film «Tag am Meer» in nur 21 Drehtagen entstand. Mit einem Team von 30 Mitwirkenden und einem eher tiefen Budget von rund 600000 Franken schaffte er das schier Unmögliche. «Die Zeit war sehr knapp, und es gab viele Probleme beim Drehen. Es war schwierig, den Film überhaupt machen zu können», schilderte Gerber. Er verspüre deshalb eine besondere Genugtuung, dass die Reaktion der Medien auf den Film so positiv sei, und er mit dem Berner Filmpreis ausgezeichnet worden sei. Seinen Lebensunterhalt verdiene er mit Drehbuchschreiben für eigene Projekte oder dadurch, dass er anderen Autoren beim Schreiben helfe, erzählte Gerber. Die Produktion von «Tag am Meer» ermöglichten das Bundesamt für Kultur und das Schweizer Fernsehen mit Subventionen. «Ich lebe auf sehr kleinem Fuss», erklärte Moritz Gerber, der in seinen ersten langen Spielfilm viel Autobiografisches eingewoben hat. Es geht dabei um die magische Altersgrenze 30. Der Film spielt in Zürich. Dave (Dominique Jann), DJ und Plattenverkäufer im eigenen Laden, spürt, wie sich sein Lebensgefühl angesichts seines nahenden 30.Geburtstags verändert. Die endlosen Partys sowie unverbindliche Beziehungen seiner Generation sind ihm zunehmend zuwider. Was er wirklich will, weiss er nicht so genau. «Ich habe manchmal das Gefühl, ich habe mir alle meine Träume von früher schon erfüllt und mir keine neuen ausgedacht», bedauert Dave. Sein bester Freund und Wohnpartner Matthias (Manuel Löwensberg) lebt ihm eine trügerische, ewige Freiheit mit wechselnden Partnerinnen vor. Daves Freundin Sarah (Doris Schefer) drängt auf eine ernsthafte Beziehung mit Zusammenleben, gegen die er sich sträubt. In dieser Situation trifft Dave ein unkonventionelles Mädchen Mitte zwanzig, das aus Paris auf der Durchreise ist. Alice (Patricia Mollet-Mercier) verkörpert Freiheit und Abenteuer, nach denen Dave sich sehnt. Er zögert jedoch, sich darauf einzulassen und befürchtet, dafür schon zu alt zu sein. Subtile Körpersprache Der schlicht inszenierte Film überzeugte mit knappen Dialogen und intensiver Körpersprache der Darsteller: viel sagende Blicke, bedeutungsvolles Schweigen, expressive Gesten. Er zeigt das Lebensgefühl einer Generation, die zwischen Freiheit und Verantwortungsgefühl schwankt und sich nicht gerne festlegen will. Bei allem Ernst des Lebens hat «Tag am Meer» eine humorvolle, verspielte Seite, die beim Publikum im Meiringer Kino gut ankam. Monika Hartig Weitere Daten mit Anwesenheit der Regisseure der «Tour de Berne 2010» im Cinéma Meiringen: Freitag, 12., und Samstag, 13.März: «Nachgift» (am 12. mit Mojgan Ghanaatgar); 16. und 17.April: «Desert – Who Is the Man » (am 16.4. mit Felix Tissi); 14. und 15.Mai: «Kurzfilmprogramm» (am 14. mit Simon Steuri); 25. und 26.Juni: «Sounds and Silence» (beides Mal mit Peter Guyer und/oder Norbert Wiedmer). Weitere Tourstationen: Kino City Thun im März und Ciné-Theater Gstaad im April. • www.tour-de-berne.be • www.cinema-meiringen.ch >

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