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Mit Vorsicht füttern und Büsche später schneiden

Besonders stark zurückgegangen sind im schneereichen Winter 2008/2009 die Vogelarten, die nicht am Futterbrett zu treffen sind. Ob das Füttern aber tatsächlich nütze, dazu gebe es unter Ornithologen «unterschiedliche Denkschulen», sagt Hans Schmid von der Vogelwarte Sempach. «Wenn man Vögel füttert, dann auf jeden Fall mit Augenmass.» Hans Schmid und Hans Fritschi von Pro Natura können sich gut vorstellen, dass man bei längerem Frost und geschlossener Schneedecke kontrolliert mit einheimischen Samen und altem Obst füttere, oder dass man mit ein paar Haferflocken eine lokale Goldammerpopulation stützen könne. Sogar schädlich seien hingegen zu viele und zu grosse Brocken trockenes Brot auf einmal für Wasservögel. Und das Füttern von Greifvögeln mit rohem Fleisch solle auf jeden Fall mit dem Wildhüter abgesprochen werden. «Das Sinnvollste ist aber die Erhaltung und Schaffung von Lebensräumen», sind sich alle Ornithologen einig. «Extensive Wiesen und Weiden, Waldränder, Feldgehölze, Hecken und Hochstammobstbäume bieten den Vögeln Nistmöglichkeiten, Futter und Verstecke. Und auch wer den Frühlingsputz im Garten nicht schon im Herbst macht, lässt den Vögeln mit den abgestorbenen Pflanzen Lebensraum und Nahrung.» Über die Lebensräume für Vögel im Oberland zieht Hans Fritschi eine durchwachsene Bilanz: «Noch immer verschwinden jährlich viele Hecken und Feldgehölze, obwohl sie mehrfach geschützt sind.» Besonders bedauerlich sei die Abholzung von Ufergehölzen – etwa an der Lütschine, wo wegen Hochwasserschutzmassnahmen lange Strecken gerodet und nicht wieder bepflanzt wurden. Als positives Beispiel einer Renaturierung nennt Fritschi die alte Aare-Mündung im Naturschutzgebiet Weissenau. «Dort sind jeden Winter rund ein Dutzend Krickenten zu beobachten, und Anfang Januar entdeckten wir sogar eine Rohrdommel.» Vögel wie etwa Birkhühner, die gleich wie Gämsen in Lebensgefahr geraten, wenn sie von Wintersportlern gestört werden und auf der Flucht zu viele Kalorien verbrennen, brauchen in ihren Lebensräumen vor allem eines: mehr Ruhe. shu>

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