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Mörder von Hans H. ist ausgeschafft

Bern/MünsingenNachdem er seine Haftstrafe verbüsst hat, ist ein Mazedonier in seine Heimat ausgeschafft worden. Der Mann war im Jahr 2001 beim Mord an Hans H. in Münsingen beteiligt.

Im November 2001 wurde im Tägerishaldenwald oberhalb von Münsingen der damals 21-jährige Dachdecker Hans H. ermordet. Eine Gruppe von jungen Leuten hatte ihn vom Berner Bahnhof dorthin verschleppt und mit einer Pumpaction erschossen – ohne ersichtliches Motiv. Einer der Täter ist ein Mazedonier, der zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Er hat gut zwei Drittel seiner Haft abgesessen, bei guter Führung werden Straftäter zu diesem Zeitpunkt freigelassen. Direkt nach dem Ende der Strafverbüssung ist der Mann nun ausgeschafft worden, wie der Migrationsdienst des Kantons Bern mitteilt. Die Rückschaffung nach Mazedonien sei ohne Zwischenfälle erfolgt. Die Ausweisung des Mazedoniers wurde bereits mit dem Urteil von 2003 verfügt. Er wollte in der Schweiz bleiben, seine Beschwerde wurde im Jahr 2007 in letzter Instanz vom Bundesgericht abgewiesen. Hans H. vors Gewehr geliefert Der heute 31-jährige Mann war im November 2001 Teil der sogenannten «Bahnhof-Clique». Diese Gruppe von sechs Jugendlichen lungerte im Bahnhof Bern herum, trank, kiffte und gab mit grossspurigen Geschichten an. Der spätere Schütze prahlte damit, dass er bereits Menschen umgebracht habe. Das brachte die Clique auf die Idee, selbst jemanden zu töten. Die Frau, die ebenfalls zur Gruppe gehörte, lockte daraufhin in der Nacht auf den 20. November 2001 ihren Bekannten Hans H. auf die Parkterrasse im Bahnhof Bern. Von dort ging es nach Münsingen, wo sie den Emmentaler Dachdecker erschossen. Fussgänger fanden später die Leiche. Der Mazedonier sass auf der verhängnisvollen Fahrt neben dem Opfer, stieg mit ihm aus und führte es damit bewusst in die Schusslinie. Roman über die Bluttat Der Mordfall liess das Kreisgericht Konolfingen nicht kalt. Gerichtspräsident Urs Reusser sprach 2003 von einer «skrupellosen und verwerflichen Tat». Henriette Brun, damals Mitglied des fünfköpfigen Gerichts, beschäftigte die sinnlose Exekution derart, dass sie einen Justizroman darüber verfasste. «Gerichtet» erschien im November 2010 und erzählt in leicht veränderter Form die Bluttat nach. Zentrale Person ist der Haupttäter, der sich wenige Tage nach seiner Verhaftung in der Gefängniszelle erhängte. Die fünf weiteren Täter wurden zu hohen Strafen verurteilt. Diese wurden vom Obergericht verschärft – auf maximal 18 Jahre für den Schützen. Das Bundesgericht bestätigte danach diese Urteile.Anna Tschannen>

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