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Münzen klimpern weiterhin

Vom Molkereimeister

«Es war eine Knochenarbeit», sagt Werner Kummer zu den Anfängen seiner Münzenstube in der Oberen Hauptgasse in Thun. Im Jahre 1989 eröffnete er sein Münzengeschäft und gab seinen erlernten Beruf als Molkereimeister auf. Damit erfüllte er sich seinen Wunsch, das Hobby zum Beruf zu machen. Seine Kontakte, die er als privater Münzensammler geknüpft hatte, halfen ihm dabei. Die eigene Sammlung diente als Startkapital. «Natürlich fiel es mir schwer, meine Sammlung zu verkaufen, aber es war nötig, um meinen Laden zu ermöglichen», sagt Kummer. Heute sammelt er selber nicht mehr. Zu gross sei die Verlockung, Münzen zu behalten, die man sich eigentlich gar nicht leisten könne. Seine Leidenschaft kann er dennoch durch die Münzenstube ausleben. Im Selbststudium erlernt In der Münzenstube verkauft und handelt Kummer mit Münzen, Medaillen und Banknoten, sowie zu einem kleinen Teil mit Gold. Sein Fachwissen erlangte er vor allem im Selbststudium aus Büchern. Seine Ware stammt zum grössten Teil aus Auktionen, von Sammlern, Banken oder Erbschaften. «Ohne gute Kontakte geht es aber nicht», erklärt Kummer. Seine Kundschaft sei vorwiegend männlich. «Viele sammeln Münzen aus historischem Interesse», sagt Kummer. Andere seien von der Schönheit begeistert oder spekulieren auf eine Wertsteigerung. Die älteste Münze, welche momentan im Besitz der Münzenstube ist, stammt ungefähr aus dem Jahre 300 vor Christus, aus der griechischen Antike. Nachfrage bestimmt Wert Seine Kundschaft ist über den ganzen Erdball verteilt. «Der Schweizer Markt ist zu klein, um sich nur darauf zu konzentrieren.» Alle zwei Monate erhalten seine regelmässigen Kunden ein Booklet zugestellt, in dem alle vorhandenen Münzen mit deren Verkaufspreise abgebildet sind. «Wie überall bestimmen die Nachfrage und das Angebot den Preis», erklärt Kummer. Dabei seien nicht immer die seltensten Stücke die Teuersten. Einige erfreuen sich grösserer Beliebtheit und sind stärker gefragt. Sehr wertvolle Stücke sucht man aber vergeblich in der Münzenstube: «Bei besonders teuren Stücken sind wir nur als Vermittler tätig», sagt Kummer und verweist auf das mit einem Kauf verbundene Risiko. «Fairness und Korrektheit» Vielfach kommen auch Kunden in seinen Laden, die seinen Rat suchen und ihm ihre Münzen zeigen. «Dabei gilt für mich Fairness im Einkauf und Verkauf», erklärt Kummer. «Korrektheit und Kompetenz» beim Umgang mit Kunden seien ihm sehr wichtig. «Auch ich kenne nicht jede einzelne Münze», sagt Kummer. Bei Unsicherheiten frage er lieber bei einem Berufskollegen nach. Die Münzenstube will Kummer gemeinsam mit Mitbesitzer Martin Ambühl noch möglichst lange weiterbetreiben: «Mein Hobby wurde zu meinem Beruf, und das Arbeiten bereitet mir Freude», erklärt Kummer zum Abschluss.Pascal Reist>

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